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Cuenca, Ecuador, Jan 13, 2018: Ecuadorian Indigenous Woman Carri

Plan der WHO zur Eindämmung von COVID-19 Gefahr für ungeborenes Leben

Die Vereinten Nationen haben eine offizielle Antwort auf die Anfrage von USAID, Abtreibung von der Liste der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu streichen, veröffentlicht: „Jeder Vorwurf, dass wir die Corona-Pandemie ausnutzen, um Abtreibungen zu fördern, ist nicht korrekt.“ Der UN-Sprecher erklärt, dass „wir nicht vorhaben, irgendein nationales Gesetz zu ändern.“

Andererseits verlangt die WHO – die zuständige Sonderorganisation der Vereinten Nationen zur Eindämmung des Virus – von Ecuador, Abtreibungen zu legalisieren. Die dramatische Situation der Krise in Ecuador veranlasste Präsident Lenin Moreno dazu, von der WHO den Prioritätsstatus für Ecuador zu erbitten. Versteckt auf Seite 22 des darauffolgenden WHO-Berichts findet sich die Vorgabe, dass Ecuador „sichere legale Abtreibungen“ einführt.

Abtreibung ist bis auf sehr wenige Ausnahmen illegal in Ecuador. Dieser jüngste Fall beweist wieder einmal, dass die Vereinten Nationen unter dem Deckmantel der COVID-19-Eindämmung versucht, nationale Abtreibungsgesetze zu ändern und damit die staatliche Souveränität verletzt.

Ecuador wurde besonders stark von dem Virus heimgesucht: Offizielle Zahlen sprechen von mehr als 30.000 Erkrankungen und über 2.000 Todesfälle. Andere Quellen sprechen von einer bis zu 15 Mal höheren Sterbezahl – eine trauriges Szenario, für dessen Wahrheit auch die Berichte von leichengesäumten Straßen und der Zusammenbruch des fragilen nationalen Gesundheitssystems sprechen.

In offiziellen Besprechungen zwischen Moreno und WHO-Direktor Tedros Adhanom ist das Wort Abtreibung kein einziges Mal gefallen – andernfalls wäre ein Aufschrei in der mehrheitlich Pro-Life eingestellten Bevölkerung die Folge geweseb. Anstatt klare Bedingungen vorzugeben, nützt die WHO einen Hintereingang, um den Druck zur Legalisierung von Abtreibung zu erhöhen. Und das zu einer Zeit, in der Ecuador verzweifelt um Hilfe bittet angesichts der durch COVID-19 bedingt hohen Sterbezahl.

Erst kürzlich wurden die Abtreibungsgesetze in Ecuador einer nationalen Revision unterzogen. Ein Versuch des Gesetzgebers, Abtreibungen zu legalisieren, scheiterte im September 2019 an landesweiten Protesten. Die Abtreibungsthematik fällt ausschließlich in die Zuständigkeit Ecuadors – es ist Angelegenheit der Ecuadorianer, dies für Ecuador zu entscheiden, und darf nicht von einem Büro in Genf aus auferlegt werden.

Vonseiten der WHO wurden Ecuador bedeutende Vorteile in Aussicht gestellt; etwa ein 7,25-Millionen-US-Dollar-Hilfspaket, um die Pandemie einzudämmen. Darin enthalten sind auch notwendige Schutzausrüstungen und Hilfsmittel für die medizinische Infrastruktur. Ecuador werden weitere 3 Millionen US-Dollar für den Bereich der „sexuellen und reproduktiven Gesundheit und die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern“ zur Verfügung gestellt. UNFPA, UNICEF und die Panamerikanische Gesundheitsorganisation sind zuständig für die Verwaltung. Viele dieser Millionen könnten direkt in die Hände von Abtreibungsorganisationen fließen und damit auch ecuadorianisches Recht verletzen.

Basis für die Förderung von Abtreibungen ist das „Minimum Initial Services Package“ (MISP), verwaltet durch die UNFPA. MISP soll in humanitären Notsituationen helfen und besteht aus Kisten mit „reproduktiven Gesundheitsmaterialien“ für Frauen und Mädchen. MISP-Mitarbeiter werden dazu ausgebildet, Abtreibungen zu empfehlen und auszuführen. Die Kisten beinhalten auch verschiedene Materialien, die häufig in Zusammenhang mit Abtreibungen verwendet werden, wie etwa Saugglocken, Werkzeuge zur Ausdehnung und Ausschabung sowie verschiedenste Medikamente wie etwa Misoprostol, und Cranioklasts, die dazu verwendet werden, um den Schädel des Kindes zu zerdrücken. Um zusätzlich noch jegliche Zweifel wegzuwischen, dass diese Geräte und Medikamente für Abtreibungen bestimmt sind, ist auch noch eine Anleitung beigefügt, die erklärt, wie man Abtreibungen im ersten Trimester durchführt.

25% Prozent der Bevölkerung Ecuadors lebt in Armut und 8,9% sind von extremer Armut betroffen. Daher benötigt Ecuador stets finanzielle Unterstützung. Zusätzlich wurden Schwäche und Angreifbarkeit des Entwicklungslandes durch die Pandemie noch zusätzlich verschärft. Wie die WHO feststellt, befindet sich das Land, das abhängig vom Tourismus ist, in einer schweren Notlage, da zusätzlich zu den Touristen auch Exporte wie etwa von Blumen und Bananen wegfallen.

Manche befürchten, dass die Entscheidung der USA, die Zahlungen an die WHO einzustellen, die Hilfsmaßnahmen negativ beeinflussen: allein im Zeitraum 2018-2019 haben die USA 900 Millionen US-Dollar an Zahlungen geleistet, was nun eingestellt wurde. Die Vereinigten Staaten haben jedoch über USAID erst kürzlich eine direkte Spende an Ecuador in Höhe von 8 Millionen US-Dollar geleistet.

Es bleibt abzuwarten, ob es für Ecuador klüger wäre, sich die Einmischung der WHO vom Leib zu halten. Gibt es die COVID-Hilfe nur im Austausch für den Verlust der nationalen Souveränität, könnte das Land möglicherweise ohne die mit zahlreichen Verpflichtungen verbundenen Nothilfen besser zurechtkommen. Jedenfalls ist die Verstrickung der WHO in die Abtreibungsrealität in dem südamerikanischen Land eine ernstzunehmende Grenzüberschreitung, welche das bereits beschädigte Ansehen der Organisation noch weiter schädigt.

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