{"id":86775,"date":"2021-05-02T08:15:00","date_gmt":"2021-05-02T08:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/adfinextstg.wpenginepowered.com\/?case=yahaya-sharif-aminu-nigeria-de"},"modified":"2026-05-19T15:26:00","modified_gmt":"2026-05-19T15:26:00","slug":"yahaya-sharif-aminu-nigeria-de","status":"publish","type":"case","link":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/fall\/yahaya-sharif-aminu-nigeria-de\/","title":{"rendered":"Yahaya Sharif-Aminu"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-sufi-musiker-vor-gericht-wichtiger-pr-zedenzfall-gegen-nigerianische-blasphemiegesetze\">Sufi-Musiker vor Gericht: wichtiger Pr\u00e4zedenzfall gegen nigerianische Blasphemiegesetze<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">#BlasphemieGesetzeAbschaffen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer:   Yahaya Sharif-Aminu<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo: Nigeria<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Team: Kelsey Zorzi<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Thema| Religionsfreiheit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yahaya Sharif-Aminu, ein nigerianischer Sufi-Musiker, klagt vor dem Obersten Gerichtshof Nigerias gegen das Blasphemie-Gesetz des Bundesstaates Kano in Nordnigeria \u2013 jenes Gesetz, aufgrund dessen er 2020 zum Tode verurteilt wurde. Ohne rechtlichen Beistand war er damals verurteilt worden, nachdem er Audiobotschaften auf WhatsApp teilte, die als blasphemisch gegen\u00fcber dem Propheten Mohammed eingestuft wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yahaya bleibt ohne Kaution in Haft, w\u00e4hrend er auf die weiteren Schritte seines Verfahrens wartet, in dem ihm weiterhin die Todesstrafe droht. Eine erste Anh\u00f6rung zu seinem Fall fand am 25. September 2025 vor dem Obersten Gerichtshof Nigerias statt. Yahayas Fall wartet nun auf m\u00fcndliche Verhandlungen und eine Entscheidung in den kommenden Monaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ADF International unterst\u00fctzt Sharif-Aminus Berufung vor dem Obersten Gerichtshof Nigerias.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas nigerianische Justizsystem sollte Menschen sch\u00fctzen,\u00a0die ihren Glauben friedlich zum Ausdruck bringen, und sie nicht mit dem Tod bestrafen.\u00a0Wir beten daf\u00fcr, dass das Gericht erkennt, dass Yahaya kein Verbrechen begangen hat und dass die Blasphemie-Gesetze gekippt werden. Diese Gesetze haben nicht nur ihn, sondern auch so viele andere in Gefahr gebracht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Sean Nelson, Rechtsanwalt bei ADF International im Team f\u00fcr weltweite Religionsfreiheit<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Behandlung von Yahaya verst\u00f6\u00dft sowohl gegen die nigerianische Verfassung als auch gegen internationales Recht. Niemand sollte wegen der freien \u00c4u\u00dferung seiner religi\u00f6sen Ansichten zum Tode verurteilt werden, und wir setzen uns daf\u00fcr ein, dass Yahaya freigelassen und das Blasphemiegesetz abgeschafft wird. Es kann nicht bestehen bleiben.\u201c \u2013 Kola Alapinni, Yahayas Anwalt<\/p>\n\n\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zusammenfassung-des-falls\">Zusammenfassung des Falls<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yahaya wurde am 10. August 2020 vom Hausawa Filin Hockey Oberen Scharia-Gericht zum Tode verurteilt. Im Januar 2021 hob ein Gericht das Urteil aufgrund schwerwiegender Verfahrensfehler auf und ordnete ein neues Verfahren an. Yahaya legte Berufung gegen diese Entscheidung ein. Er argumentierte, dass das Verfahren nicht wiederaufgenommen, sondern die Anklage vollst\u00e4ndig fallengelassen und das Blasphemie-Gesetz selbst f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt werden m\u00fcsse. Doch im August 2022 best\u00e4tigte das Berufungsgericht sowohl die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des Gesetzes als auch die Anordnung zur Wiederaufnahme des Verfahrens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yahayas Berufung vor dem Obersten Gerichtshof k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass die drakonischen, auf der Scharia basierenden Blasphemiegesetze in Nordnigeria aufgehoben werden. Dies w\u00fcrde es christlichen Konvertiten, muslimischen Minderheiten und anderen erm\u00f6glichen, freier \u00fcber ihren Glauben zu sprechen und vor der oft lebensbedrohlichen Gewalt gesch\u00fctzt zu sein, die mit einer Blasphemieanklage einhergeht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zunehmender-internationaler-druck\">Zunehmender internationaler Druck<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mittlerweile hat das Europ\u00e4ische Parlament zweimal die Freilassung Yahayas gefordert und dazu jeweils eine Entschlie\u00dfung verabschiedet. Es ist ungew\u00f6hnlich, dass ein Fall zweimal behandelt wird, was den Ernst und die Wichtigkeit der Situation von Yahaya unterstreicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Oberste Gerichtshof Nigerias hielt am 25. September 2025 seine erste Anh\u00f6rung im Fall Yahaya ab. Dies war der erste Schritt in seinem Berufungsverfahren vor dem h\u00f6chsten Gericht des Landes, mehr als f\u00fcnf Jahre nach seiner Inhaftierung. Der Oberste Gerichtshof gab Yahayas Berufung statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir werden ihn \u00f6ffentlich hinrichten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unmittelbar nach der Anh\u00f6rung sprach Lamido Abba Sorondinki, Rechtsberater der Regierung des Bundesstaates Kano, ausdr\u00fccklich \u00fcber die Absicht des Bundesstaates, Yahaya \u00f6ffentlich hinzurichten, sollte der Oberste Gerichtshof zugunsten des Bundesstaates Kano entscheiden: \u201eDieser Antragsteller hat blasphemische \u00c4u\u00dferungen gegen den Heiligen Propheten get\u00e4tigt, die die Regierung des Bundesstaates Kano nicht dulden wird. Wenn der Oberste Gerichtshof die Entscheidung der Vorinstanz best\u00e4tigt, werden wir ihn \u00f6ffentlich hinrichten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese erschreckende Aussage unterstreicht die extreme Strenge der Blasphemiegesetze im Norden Nigerias, die weiterhin das Leben religi\u00f6ser Minderheiten bedrohen und die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung unterdr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-pr-zedenzcharakter-des-falls\">Pr\u00e4zedenzcharakter des Falls<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Berufungsfall von Yahaya vor dem Obersten Gericht k\u00f6nnte wegweisend sein: Er hat das Potenzial, die Blasphemie-Gesetze in Nordnigeria zu \u00e4ndern. Das w\u00fcrde nicht nur christliche Konvertiten und muslimische Minderheiten, sondern auch viele andere besser vor der oft lebensgef\u00e4hrlichen Gewalt sch\u00fctzen, die mit Blasphemie-Anklagen einhergeht \u2013 und ihnen mehr Freiheit geben, ihren Glauben offen zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eYahayas Fall ist unglaublich wichtig, denn er birgt das Potenzial, die Blasphemie-Gesetze zu kippen, die die Rechte aller religi\u00f6sen Minderheiten in Nigeria bedrohen. Wir sind zuversichtlich, dass der Oberste Gerichtshof diese Blasphemie-Gesetze endlich f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4ren wird, da sie direkt gegen die internationalen Menschenrechtsvorschriften versto\u00dfen. Als Land mit immensem Einfluss in ganz Afrika und der muslimischen Welt hat Nigeria die einmalige Chance, eine Vorreiterrolle bei der Abschaffung drakonischer Blasphemie-Gesetze zu \u00fcbernehmen, die nach wie vor Minderheiten auf der ganzen Welt schaden\u201c, erkl\u00e4rt Kelsey Zorzi, Leiterin der Abteilung f\u00fcr Weltweite Religionsfreiheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eBlasphemiegesetze sind mit der Religionsfreiheit unvereinbar und tragen erheblich zu Gewalt und Instabilit\u00e4t im Land bei.\u201c \u2013 Sean Nelson, Rechtsanwalt bei ADF International im Team f\u00fcr weltweite Religionsfreiheit<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Yahaya Sharif-Aminu, a Nigerian Sufi musician, is challenging blasphemy laws, under which he was previously sentenced to death, at the Supreme Court of Nigeria.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":19356,"template":"","meta":{"give_campaign_id":0,"case_treatment":"warm"},"class_list":["post-86775","case","type-case","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/case\/86775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/case"}],"about":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/case"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/case\/86775\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19356"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}