{"id":88396,"date":"2026-02-23T18:00:06","date_gmt":"2026-02-23T18:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/adfinextstg.wpenginepowered.com\/?post_type=case&#038;p=88396"},"modified":"2026-05-19T15:26:00","modified_gmt":"2026-05-19T15:26:00","slug":"isadora-borges-brasilien-de","status":"publish","type":"case","link":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/fall\/isadora-borges-brasilien-de\/","title":{"rendered":"Isadora Borges"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-brasilianische-veterinarstudentin-wegen-social-media-kommentaren-uber-gender-ideologie\">Brasilianische Veterin\u00e4rstudentin wegen Social-Media-Kommentaren \u00fcber Gender-Ideologie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Isadora Borges, eine brasilianische Veterin\u00e4rstudentin, wurde strafrechtlich verfolgt, weil sie in sozialen Medien ihre Ansichten zur Gender-Ideologie ge\u00e4u\u00dfert hatte. Ihr Fall deutet auf ein besorgniserregendes Muster der Einschr\u00e4nkung friedlicher Online-Meinungs\u00e4u\u00dferungen in Brasilien hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Strafverfolgung beruhte auf Kommentaren, die Isadora in sozialen Medien ver\u00f6ffentlicht hatte und in denen sie Gender-Ideologie kritisierte. Obwohl die Beitr\u00e4ge friedlich waren und sich nicht gegen eine bestimmte Person richteten, leiteten die Beh\u00f6rden ein Strafverfahren ein und stuften ihre \u00c4u\u00dferungen als \u201etransphob\u201c ein. Auf diese Vorw\u00fcrfe standen f\u00fcr Isadora vier bis zehn Jahre Haft. Die erste Anh\u00f6rung in ihrem Fall fand am 10. Februar 2026 statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 12. M\u00e4rz 2026 wies ein regionales Gericht einstimmig alle Anklagen wegen \u201eTransphobie\u201c gegen Isadora zur\u00fcck. In der Begr\u00fcndung stellte das Gericht fest, dass Isadora Borges\u2019 Beitr\u00e4ge auf X weder Angriffe, Drohungen noch Feindseligkeit gegen\u00fcber Personen enthielten, die sich als \u201etransgender\u201c identifizieren. Ebenso h\u00e4tten sie nicht zu Gewalt aufgerufen und es fehle an dem f\u00fcr eine strafrechtliche Verurteilung erforderlichen Vorsatz.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIch habe mich zu dem Thema ge\u00e4u\u00dfert, weil mir die Wahrheit und der Schutz von Frauen am Herzen liegen. Niemand sollte jemals Angst haben m\u00fcssen, ins Gef\u00e4ngnis zu kommen, nur weil er die biologische Realit\u00e4t anerkennt. Ich hoffe, dass mein Fall ein Wendepunkt im Kampf gegen Zensur in Brasilien sein kann. Die Brasilianer verdienen die Freiheit, offen zu sprechen, ohne bestraft zu werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><cite>&#8211; Isadora Borges <\/cite><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zusammenfassung\">Zusammenfassung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall von Isadora Borges begann im Jahr 2020, als sie auf der Plattform X (damals Twitter) Kommentare ver\u00f6ffentlichte, in denen sie ihre Ansichten zur Gender-Ideologie \u00e4u\u00dferte. Die Kommentare riefen nicht zu Gewalt auf und richteten sich gegen keine bestimmte Person. Die Beitr\u00e4ge lauteten (\u00fcbersetzt):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir sagen, dass \u201cTransgender-Frauen \u201eoffensichtlich als M\u00e4nner geboren wurden. Transaktivisten hingegen behaupten, radikale Feministinnen seien keine Menschen. Wie kann man an einen Feminismus glauben, der Frauen entmenschlicht?\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ein-zweiter-kommentar-lautete\">Ein zweiter Kommentar lautete:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAls Simone de Beauvoir 1949 ihren ber\u00fchmten Satz: \u201aMan wird nicht als Frau geboren, man wird es.\u2018, schrieb, sagte sie nicht die Transgender-Thematik voraus. Sie kritisierte vielmehr, dass biologische Merkmale wie X-Chromosomen und DNA in unserer Gesellschaft als Begr\u00fcndung daf\u00fcr genutzt werden, Frauen als \u201azweites Geschlecht\u2018 zu behandeln und ihnen bestimmte Rollen und Verhaltensweisen zuzuschreiben. Feministinnen der zweiten Welle wollten diese festen Geschlechternormen aufbrechen und neu definieren, was es bedeutet, eine Frau zu sein \u2013 nicht im Gegensatz zu M\u00e4nnern, sondern unabh\u00e4ngig davon, was M\u00e4nner glauben, wie Frauen sein sollten. Eine Person, die sich als transgender identifiziert, beh\u00e4lt ihre biologische DNA. Weder operative Eingriffe noch synthetische Hormone noch ein Wechsel der Kleidung k\u00f6nnen diesen biologischen Fakt \u00e4ndern. Das ist kein Essentialismus. Essentialistisch ist vielmehr die Idee, dass das biologische Geschlecht automatisch das Gender festlegt.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im September 2025 wurde Borges \u00fcber die gegen sie eingeleiteten Strafverfahren informiert. Ihr wurden zwei F\u00e4lle angeblicher \u201eTransphobie\u201c zur Last gelegt, wobei jeder Vorwurf mit einer Freiheitsstrafe von 2 bis 5 Jahren verbunden ist, insgesamt also potenziell 4 bis 10 Jahre Haft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr Fall spiegelt ein breiteres Klima der Zensur in Brazil wider. Ein Urteil des Obersten Bundesgerichts Brasiliens aus dem Jahr 2019 hat \u201eTransphobie\u201d und \u201eHomophobie\u201c als Straftaten eingestuft, die mit bis zu f\u00fcnf Jahren Haft pro Versto\u00df geahndet werden k\u00f6nnen. Seit diesem Urteil gab es in ganz Brasilien zahlreiche F\u00e4lle, in denen Personen allein wegen der \u00c4u\u00dferung ihrer \u00dcberzeugungen wegen \u201eTransphobie\u201d angeklagt wurden. Isadora ist eine von vielen Personen in Brasilien, die wegen ihrer Online-Beitr\u00e4ge rechtliche Probleme bekommen haben. Ein weiteres Beispiel ist Nine Borges (nicht verwandt mit Isadora), eine brasilianische Influencerin, gegen die derzeit strafrechtlich ermittelt wird, weil sie ein angeblich \u201etransphobes\u201c Video auf Instagram ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ADF International unterst\u00fctzt beide F\u00e4lle rechtlich und setzt sich f\u00fcr das Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Internationale Menschenrechtsstandards sch\u00fctzen das Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung, einschlie\u00dflich des Rechts, auch kontroverse oder unpopul\u00e4re Meinungen zu \u00e4u\u00dfern. Die Kriminalisierung von Isadoras Aussagen untergr\u00e4bt diese Rechte und setzt einen gef\u00e4hrlichen Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr den demokratischen Diskurs in Brasilien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIsadoras Kommentare sind nicht nur durch internationale Standards zur Meinungsfreiheit gesch\u00fctzt, sondern entsprechen auch biologischen Tatsachen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie wegen \u201aTransphobie\u2018 anzuklagen und mit Gef\u00e4ngnis zu bedrohen, stellt eine Verletzung ihres Rechts auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung dar\u201c, sagte Julio Pohl, Rechtsanwalt bei ADF International.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ADF International unterst\u00fctzt Borges weiterhin rechtlich und setzt sich f\u00fcr ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit ein \u2013 ebenso wie f\u00fcr das Recht aller Brasilianer, ihre \u00dcberzeugungen frei zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brasilianische Veterin\u00e4rstudentin wegen Social-Media-Kommentaren \u00fcber Gender-Ideologie Isadora Borges, eine brasilianische Veterin\u00e4rstudentin, wurde strafrechtlich verfolgt, weil sie in sozialen Medien ihre Ansichten zur Gender-Ideologie ge\u00e4u\u00dfert hatte. Ihr Fall deutet auf ein besorgniserregendes Muster der Einschr\u00e4nkung friedlicher Online-Meinungs\u00e4u\u00dferungen in Brasilien hin. 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