{"id":88398,"date":"2022-04-08T14:31:30","date_gmt":"2022-04-08T14:31:30","guid":{"rendered":"https:\/\/adfinextstg.wpenginepowered.com\/?post_type=case&#038;p=88398"},"modified":"2026-05-19T15:26:00","modified_gmt":"2026-05-19T15:26:00","slug":"nada-hamouda-aegypten-de","status":"publish","type":"case","link":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/fall\/nada-hamouda-aegypten-de\/","title":{"rendered":"Nada &#038; Hamouda"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-gerechtigkeit-fur-verfolgte-christen\">Gerechtigkeit f\u00fcr verfolgte Christen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nada und Hamouda*, Eltern dreier Kinder, sind beide nach ihrer muslimischen Ehe zum Christentum konvertiert. Daf\u00fcr wurden sie im Sudan wegen angeblichen Ehebruchs strafrechtlich verfolgt. Das Ehepaar w\u00e4re bei einer Verurteilung 100 Peitschenhieben und&nbsp;m\u00f6glicher&nbsp;Zwangsausweisung ausgesetzt. Bei einem Freispruch w\u00e4re das Paar hingegen von Ehrenmorden durch ihre Familie bedroht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ADF International hat sich daher unentwegt f\u00fcr daf\u00fcr eingesetzt, sie vor dem Ende des Prozesses&nbsp;au\u00dfer&nbsp;Landes zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eJeder sollte frei sein, seinen Glauben zu w\u00e4hlen und zu leben, ohne rechtliche Sanktionen in seinem Privatleben bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen. Sowohl das internationale als auch das sudanesische Recht best\u00e4tigen, dass Nada und Hamouda ihren Glauben frei w\u00e4hlen und ausleben d\u00fcrfen. Dennoch sind christliche Konvertiten im Sudan weiterhin schwerwiegender Verfolgung und Anfeindungen seitens der Regierung und der Gesellschaft ausgesetzt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Kelsey Zorzi, Leiterin der Rechtsabteilung&nbsp;f\u00fcr weltweite Religionsfreiheit bei ADF International<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zusammenfassung-des-falls\">Zusammenfassung des Falls<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nada (Ehefrau) und Hamouda (Ehemann) heiraten als Muslime im Bundesstaat Gezirah, im Sudan. Zwei Jahre nach ihrer Hochzeit bekehrt sich Hamouda zum Christentum. Als Nadas Familie das mitbekommt, setzen sie Nada unter Druck. Sie soll Hamouda verlassen und mit den zwei gemeinsamen Kindern zu ihrer Familie zur\u00fcckkehren. Nadas Bruder fordert, dass das Scharia-Gericht die Ehe von Nada und Hamouda f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2020, zwei Jahre nach Hamoudas Bekehrung, wird die Apostasie, die Abwendung vom Islam, im Sudan offiziell entkriminalisiert. Nur ein Jahr sp\u00e4ter bekehrt sich auch Nada zum Christentum und zieht mit den Kindern zur\u00fcck zu Hamouda. Sie leben wieder als Familie zusammen, nun aber als christlich verheiratetes Ehepaar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraufhin macht Nadas Bruder die Beh\u00f6rden auf das angeblich au\u00dfereheliche Zusammenleben von Nada und Hamouda aufmerksam und weist darauf hin, dass die Ehe nach Hamoudas Bekehrung vom Schariagericht aufgel\u00f6st wurde. Obwohl die Ehe von den Schariagerichten nicht mehr anerkannt wird, klagt die Staatsanwaltschaft Nada und Hamouda wegen Ehebruchs an. Die m\u00f6gliche Strafe f\u00fcr Ehebruch betr\u00e4gt f\u00fcr jeden 100 Peitschenhiebe und f\u00fcr Hamouda zudem ein Jahr Zwangsumsiedlung von seiner Familie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ehepaar wird verhaftet und vor\u00fcbergehend in Gewahrsam genommen. Dank der Unterst\u00fctzung eines christlichen Freundes findet das Paar zwei Anw\u00e4lte, beide Partneranw\u00e4lte von ADF International. Ab Beginn des Jahres 2022 engagiert sich ADF International an der Seite der Anw\u00e4lte f\u00fcr die Freilassung und den Freispruch von Nada und Hamouda.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der Verhandlungen vor Gericht wird deutlich, dass Nada und Hamouda in Todesgefahr schweben \u2013 unabh\u00e4ngig vom Ausgang des Prozesses. So hat Nadas Bruder \u00f6ffentlich geschworen, beide umzubringen, sollten sie freigesprochen werden. ADF International beginnt die Flucht der Familie zu planen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im November 2022 wird die gesamte Familie aus dem Sudan geholt und reist sicher in ein nahegelegenes Land aus (aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht bekanntgegeben). Unterdessen f\u00fcgt die sudanesische Staatsanwaltschaft der Anklage die Apostasie hinzu \u2013 obwohl diese seit 2020 nicht mehr strafbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Januar 2023 kommen Nada und Hamouda mit ihren Kindern in den USA an. Sie werden von einer Gastfamilie in Empfang genommen, die sie einige Zeit unterbringen und begleiten wird. Im M\u00e4rz desselben Jahres weist das Gericht die Apostasie-Anklagen gegen Nada und Hamouda zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir sind \u00fcbergl\u00fccklich, dass Nada und Hamouda mit ihren Kindern nun ihren Glauben ohne Todesangst aus\u00fcben k\u00f6nnen. Nachdem sie im Sudan einer lebensbedrohlichen Situation ausgesetzt waren, freuen sie sich darauf Weihnachten gemeinsam mit ihrer neuen Kirchenfamilie in ihrem neuen Zuhause feiern zu k\u00f6nnen\u201c, sagte Kelsey Zorzi, Direktorin der Rechtsabteilung f\u00fcr weltweite Religionsfreiheit bei ADF International.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang 2024 zieht die Familie in ihr eigenes Heim. Nada und Hamouda sind in einer christlichen sudanesischen Gemeinde integriert und haben eine Patenfamilie, die ihnen hilft, sich in ihrem neuen Umfeld einzuleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eSowohl das internationale als auch das sudanesische Recht best\u00e4tigen, dass Nada und Hamouda ihren Glauben frei w\u00e4hlen und ausleben d\u00fcrfen. Dennoch sind christliche Konvertiten im Sudan weiterhin schwerwiegender Verfolgung und Anfeindungen seitens der Regierung und der Gesellschaft ausgesetzt. ADF International setzt sich daf\u00fcr ein, verfolgten Christen den bestm\u00f6glichen Rechtsschutz zu bieten. Wir werden uns weiterhin f\u00fcr Gerechtigkeit f\u00fcr Menschen wie Nada und Hamouda einsetzen, die zu Unrecht aufgrund ihres Glaubens bestraft werden\u201d, so Zorzi weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall von Nada und Hamouda kann eine rechtliche Schl\u00fcsselrolle einnehmen f\u00fcr die Religionsfreiheit der Menschen im Sudan. Doch das geschieht nur mit \u00f6ffentlichem Druck. Deswegen muss die Welt wieder mehr auf den Sudan schauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur 4,4 % der 44,6 Millionen Einwohner des Sudan sind Christen. Nach Angaben von&nbsp;OpenDoors&nbsp;sind christliche Frauen und M\u00e4dchen im Sudan, insbesondere Konvertitinnen, aufgrund ihres Glaubens von Vergewaltigung, Zwangsheirat und h\u00e4uslicher Gewalt bedroht. Konvertiten wird auch das Erbe verweigert und wenn sie bereits verheiratet sind, werden sie gezwungenerma\u00dfen von ihren Ehepartnern geschieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"h-aus-sicherheitsgrunden-wird-nur-der-vorname-veroffentlicht\">*aus Sicherheitsgr\u00fcnden wird nur der Vorname ver\u00f6ffentlicht<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerechtigkeit f\u00fcr verfolgte Christen Nada und Hamouda*, Eltern dreier Kinder, sind beide nach ihrer muslimischen Ehe zum Christentum konvertiert. Daf\u00fcr wurden sie im Sudan wegen angeblichen Ehebruchs strafrechtlich verfolgt. Das Ehepaar w\u00e4re bei einer Verurteilung 100 Peitschenhieben und&nbsp;m\u00f6glicher&nbsp;Zwangsausweisung ausgesetzt. Bei einem Freispruch w\u00e4re das Paar hingegen von Ehrenmorden durch ihre Familie bedroht. 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