{"id":86953,"date":"2025-06-20T16:08:07","date_gmt":"2025-06-20T14:08:07","guid":{"rendered":"https:\/\/adfinternational.org\/?p=74722"},"modified":"2026-05-27T10:31:31","modified_gmt":"2026-05-27T10:31:31","slug":"nigeria-wo-der-glaube-toedlich-sein-kann","status":"publish","type":"commentary","link":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/kommentar\/nigeria-wo-der-glaube-toedlich-sein-kann\/","title":{"rendered":"Nigeria &#8211; Wo der Glaube t\u00f6dlich sein kann"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"555\" height=\"403\" src=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/nigeria.png\" alt=\"Nigeria\" srcset=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/nigeria.png 555w, https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/nigeria-300x218.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>In keinem anderen Land der Welt werden mehr Christen get\u00f6tet als in Nigeria. Besonders im Norden des Landes klammern sich Christen an letzte Hoffnungsfunken und rufen nach Gerechtigkeit und Hilfe, w\u00e4hrend die Welt aus der Ferne zusieht.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr viele unvorstellbar erscheint, ist f\u00fcr Christen in Nigeria t\u00e4gliche Realit\u00e4t: <strong>Die Aus\u00fcbung ihres Glaubens kann das eigene Leben kosten<\/strong>.\u00a0 Verantwortlich daf\u00fcr sind nicht nur extremistische Gruppen wie Boko Haram oder Fulani-Milizen, sondern auch willk\u00fcrliche Gewalt, strafrechtliche Verfolgung aufgrund sogenannter Blasphemiegesetze und das systematische Wegsehen staatlicher Stellen So griffen zum Beispiel am 25. Dezember 2023 bewaffnete K\u00e4mpfer f\u00fcnf christliche D\u00f6rfer im Norden Nigerias an. W\u00e4hrend die Welt Weihnachten feierte, verloren dort \u00fcber 200 Menschen ihr Leben. H\u00e4user wurden niedergebrannt, Felder zerst\u00f6rt, ganze Familien ausgel\u00f6scht.<\/p>\n<p><strong>Dieser Angriff steht stellvertretend f\u00fcr eine beispiellose Welle der Gewalt, der Christen in Nigeria ausgesetzt sind.<\/strong> Besonders ersch\u00fctternd ist das Schicksal zweier junger Frauen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind.<\/p>\n<p>Sie wurden bedroht und letztendlich gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen. Weil sie den zwei christlichen Konvertitinnen geholfen hatten, wurden ein Pastor und ein Prediger entf\u00fchrt und zwei Wochen lang gefoltert. Danach wurden sie den Beh\u00f6rden \u00fcbergeben. W\u00e4hrend einer von ihnen freikam, wurde der andere in einem unfairen Verfahren \u2013 ohne anwaltliche Vertretung \u2013 wegen Entf\u00fchrung verurteilt.<\/p>\n<p>Dank des Einsatzes eines Partneranwalts konnte eine Freilassung auf Kaution erreicht werden, und es l\u00e4uft derzeit ein Berufungsverfahren gegen das Urteil. Ein weiterer aufr\u00fcttelnder Fall ist der der christlichen <strong>Krankenschwester Rhoda Jatau<\/strong>, die wegen einer WhatsApp-Nachricht \u00fcber die Gewalt gegen\u00fcber Christen 19 Monate lang inhaftiert war.<\/p>\n<p>Partneranw\u00e4lte von ADF International konnten im Dezember 2023 ihre Freilassung auf Kaution erwirken und im Dezember 2024 wurde sie nach einem zweieinhalbj\u00e4hrigen Verfahren vollst\u00e4ndig freigesprochen. <strong>Betroffen sind nicht nur Christen. Auch Menschen anderer Glaubensrichtungen, die vom religi\u00f6sen Mainstream abweichen oder sich f\u00fcr Toleranz einsetzen, werden verfolgt.<\/strong> Der junge <strong>Sufi-Musiker Yahaya Sharif-Aminu<\/strong> wurde im M\u00e4rz 2020 wegen einer angeblich blasphemischen WhatsApp-Nachricht auf Grundlage der Scharia verhaftet und kurz darauf zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p>Obwohl das Urteil sp\u00e4ter aufgehoben wurde, ordnete das Gericht einen neuen Prozess an. ADF International unterst\u00fctzt derzeit seine Berufung vor dem Obersten Gerichtshof, um das Blasphemiegesetz mit Todesstrafe anzufechten. Aufgrund des Einsatzes von ADF International forderte das Europ\u00e4ische Parlament am 13. Februar 2025 in einer Dringlichkeitsresolution erneut die sofortige und bedingungslose Freilassung von Yahaya Sharif-Aminu. Die Resolution verurteilt die Anwendung von Blasphemiegesetzen in Nigeria und ruft zur Abschaffung dieser Gesetze auf, da sie religi\u00f6se Minderheiten gef\u00e4hrden, Grundrechte verletzen und Gewalt f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>Trotz all dieser bedr\u00fcckenden Entwicklungen gibt es auch Zeichen der Hoffnung:<\/strong> Kirchen werden wieder aufgebaut, betroffene Menschen erhalten Traumabehandlung, und Christen, die trotz aller Zerst\u00f6rung und Verw\u00fcstung im Gebet auf Gott vertrauen, verbreiten mit Lobges\u00e4ngen Hoffnung. <strong>Niemand sollte daf\u00fcr bestraft werden, dass er seinen Glauben friedlich zum Ausdruck bringt.<\/strong> Daher setzen wir uns &#8211; gemeinsam mit Partneranw\u00e4lten vor Ort &#8211; f\u00fcr diese Menschen ein.<\/p>\n<p>In den schwierigsten Umst\u00e4nden k\u00e4mpft ADF International f\u00fcr Rechtsstaatlichkeit, f\u00fcr Religionsfreiheit und f\u00fcr das Leben der Mandanten. Unsere Arbeit reicht dabei von konkreter rechtlicher Verteidigung bis hin zu internationaler Interessenvertretung bei den Gremien der Uno, des Europarats oder eben der Europ\u00e4ischen Union. Doch das ist nur mit Unterst\u00fctzung m\u00f6glich. <strong>Ihre Spende hilft dabei, Christen in Nigeria zu sch\u00fctzen, Unschuldige angesichts von Blasphemievorw\u00fcrfen zu verteidigen, willk\u00fcrliche Haft zu beenden und langfristig eine Kultur der Rechtsstaatlichkeit und Glaubensfreiheit zu etablieren.<\/strong><\/p>\n<p>Nigeria, seine Christen und die religi\u00f6sen Minderheiten brauchen starke Partner. Die verfolgte Kirche braucht Menschen, die hinsehen \u2013 und handeln.<\/p>\n<p>Herzlichen Dank f\u00fcr Ihre Verbundenheit und Ihre konkrete Hilfe f\u00fcr Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In keinem anderen Land der Welt werden mehr Christen get\u00f6tet als in Nigeria. 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