{"id":21063,"date":"2023-12-14T09:12:33","date_gmt":"2023-12-14T08:12:33","guid":{"rendered":"https:\/\/adfinternational.org\/?p=21063"},"modified":"2026-05-19T15:26:00","modified_gmt":"2026-05-19T15:26:00","slug":"nach-19-monaten-inhaftierung-in-nigeria-wegen-blasphemie-christliche-mutter-auf-kaution-freigelassen","status":"publish","type":"press_release","link":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/news\/nach-19-monaten-inhaftierung-in-nigeria-wegen-blasphemie-christliche-mutter-auf-kaution-freigelassen\/","title":{"rendered":"Nach 19 Monaten Inhaftierung in Nigeria wegen \u201eBlasphemie\u201c: Christliche Mutter auf Kaution freigelassen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Rhoda Jatau befindet sich an einem sicheren Ort, w\u00e4hrend sie auf ihren Gerichtsprozess wartet. Ihr drohen noch bis zu 5 Jahre Haft.  <\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Christin, Mutter von f\u00fcnf Kindern, war im Mai 2022 inhaftiert worden, weil sie angeblich ein blasphemisches Video verbreitet hatte, in dem der Lynchmord an der christlichen Studentin Deborah Emmanuel Yakubu verurteilt wurde.  <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>BAUCHI (Bundesstaat), NIGERIA<\/b> (13. Dezember 2023) &#8211; Ein Richter im nigerianischen Bundesstaat Bauchi hat Rhoda Jatau auf Kaution freigelassen. Jatau, Mutter von f\u00fcnf Kindern, sa\u00df seit Mai 2022 im Gef\u00e4ngnis, weil sie angeblich ein Video auf WhatsApp geteilt hatte, in dem sie den Lynchmord an Deborah Emmanuel Yakubu verurteilte. Yakubu, eine nigerianischen Universit\u00e4tsstudentin, war im Mai 2022 von aufgebrachten Klassenkameraden ermordet und anschlie\u00dfend verbrannt worden, weil sie ihren christlichen Glauben geteilt hatte. ADF International unterst\u00fctzt nun Jatau\u2019s Verteidigung.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Jatau wurde w\u00e4hrend ihren 19 Monaten Haft wiederholt die Kaution verweigert. Sie wurde in Isolationshaft gehalten und hatte nur sporadisch w\u00e4hrend der Gerichtstermine Zugang zu ihrem Rechtsbeistand und Familienmitgliedern.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>\u201eWir freuen uns, dass Rhoda Jatau endlich auf Kaution freigelassen wurde, nachdem sie ihr so lange verwehrt wurde\u201c, sagte Sean Nelson, Rechtsanwalt bei ADF International. \u201eNiemand sollte aufgrund friedlicher religi\u00f6ser \u00c4u\u00dferungen bestraft werden. Verteidiger der Religionsfreiheit m\u00fcssen sich verst\u00e4rkt weltweit f\u00fcr Rhoda einsetzen. Wir bem\u00fchen uns weiterhin um Gerechtigkeit f\u00fcr Rhoda und sind zuversichtlich, dass die ungerechten Anklagen und das Verfahren gegen sie vollst\u00e4ndig eingestellt werden.\u201c\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><b>Anklage wird trotz mangelnder Beweislage fortgef\u00fchrt<\/b>\u00a0<\/p>\n<p>Der nigerianische Partneranwalt von ADF International, der als Hauptverteidiger in Jataus Fall fungiert, sagte: \u201eNach 19 langen Monaten im Gef\u00e4ngnis sind wir erleichtert, dass Rhoda endlich auf Kaution freigelassen wurde. Wir danken allen, die f\u00fcr Rhoda gebetet haben, und bitten Sie, auch weiterhin f\u00fcr sie zu beten, solange ihr Verfahren l\u00e4uft.\u201c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Bevor die Kaution bewilligt wurde, hatte ein Richter im nigerianischen Bundesstaat Bauchi <a href=\"https:\/\/adfinternational.org\/news\/rhoda-jatau-trial\">abgelehnt<\/a>, die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Jatau abzuweisen. Nachdem die Staatsanwaltschaft aufgrund schwerwiegender Beweisprobleme eine Pause eingelegt hatte, stellten Jataus Anw\u00e4lte einen Antrag den Fall nicht weiter zu verfolgen. Jataus Anw\u00e4lte wiesen auf erhebliche rechtliche M\u00e4ngel in der Anklage hin und argumentierten, dass die Anklage gegen Jatau nicht begr\u00fcndet sei. Trotzdem fiel die Entscheidung, die Anklage fortzuf\u00fchren.\u00a0<\/p>\n<p>Nach weitverbreiteter internationaler Emp\u00f6rung \u00fcber Jataus Inhaftierung wurde die Kaution schlie\u00dflich gew\u00e4hrt. Zusammen mit anderen Organisationen, die sich f\u00fcr die Religionsfreiheit einsetzen, <a href=\"https:\/\/adfinternational.org\/news\/un-appeal-nigeria\/\">appellierte ADF International<\/a> an die internationale Solidarit\u00e4t. Daraufhin verfassten Experten der Vereinten Nationen Anfang des Jahres ein <a href=\"https:\/\/spcommreports.ohchr.org\/TMResultsBase\/DownLoadPublicCommunicationFile?gId=28273\">gemeinsames Anschuldigungsschreiben<\/a> an die nigerianische Regierung, in dem sie auf Jataus und Yakubus F\u00e4lle hinwiesen. Das Schreiben unterstreicht die Gefahr, die Blasphemiegesetze f\u00fcr internationale Menschenrechte darstellen und machte auf Jataus ungerechtfertigte Inhaftierung aufmerksam.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Der Prozess gegen Jatau ist derzeit f\u00fcr den 19. Dezember angesetzt, doch aufgrund der Feiertage k\u00f6nnte der Gerichtstermin auf n\u00e4chstes Jahr vertagt werden. Jatau wird nach Paragraf 114 (\u00f6ffentliche Unruhe) und 210 (religi\u00f6se Beleidigung) des Strafgesetzbuches des Bundesstaates Bauchi angeklagt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu f\u00fcnf Jahre Haft.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><b>Christenverfolgung in Nigeria<\/b><\/p>\n<p>Die F\u00e4lle von Rhoda Jatau und Deborah Emmanuel Yakubu sind keine Einzelf\u00e4lle. Im Norden Nigerias herrscht weit verbreitete Gewalt gegen religi\u00f6se Minderheiten, einschlie\u00dflich der Christen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Die Christenverfolgung und die Verfolgung anderer religi\u00f6ser Minderheiten ist in Nigeria besonders schwerwiegend. Vergangenes Jahr wurden weltweit \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.heritage.org\/africa\/commentary\/slaughter-nigerian-christians-warrants-international-attention\">5.500 Christen<\/a> aufgrund ihres Glaubens get\u00f6tet. 90 % davon waren Nigerianer.\u202f\u202f\u202f\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Die Kriminalisierung der Blasphemie in Nigeria hat gef\u00e4hrliche Auswirkungen auf das ganze Land. Die H\u00e4lfte der 200 Millionen Einwohnern sind Christen, die andere H\u00e4lfte Muslime. Blasphemiegesetze sind eine vorwiegende Ursache f\u00fcr gesellschaftliche Spannungen. Unschuldige Menschen werden durch diese Gesetze daf\u00fcr bestraft, dass sie ihren Glauben zum Ausdruck bringen. Sie bringen Menschen zum Schweigen, wenn sie ihren Glauben teilen, und steigern das Gewaltpotenzial in der Gesellschaft. Blasphemiegesetze in ganz Nigeria beg\u00fcnstigen brutale Ausschreitungen durch gewaltt\u00e4tige Gruppen und f\u00fcgen muslimischen Minderheiten sowie christlichen Konvertiten und anderen schweres Leid zu.\u202f\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>In diesem Kontext unterst\u00fctzt ADF International auch die rechtliche Verteidigung des nigerianischen <a href=\"https:\/\/adfinternational.org\/cases\/yahaya-sharif-aminu\">Musikers Yahaya Sharif-Aminu<\/a>. Der Sufi-Muslim wurde zu Tode verurteilt, weil er Liedtexte, die als \u201eblasphemisch\u201c eingestuft wurden, auf WhatsApp geteilt hat. Mit der Unterst\u00fctzung von ADF International legte Yahaya Berufung beim Obersten Gerichtshof von Nigeria ein. Es besteht die Hoffnung durch den Fall die Blasphemiegesetze in Nigeria zu kippen. Yahaya ist derzeit im Gef\u00e4ngnis und wartet auf seine Berufung. Er ist bereits seit \u00fcber dreieinhalb Jahren inhaftiert.\u00a0<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Untitled-design-1-1024x731-1-1-500x500.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Untitled-design-1-1024x731-1-1-500x500.png 500w, https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Untitled-design-1-1024x731-1-1-150x150.webp 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/WhatsApp-Image-2023-10-25-at-16.15.43_521885c3-1-500x500.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/WhatsApp-Image-2023-10-25-at-16.15.43_521885c3-1-500x500.jpg 500w, https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/WhatsApp-Image-2023-10-25-at-16.15.43_521885c3-1-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"400\" src=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ADF-Sean_Nelson_400x400-1.webp\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ADF-Sean_Nelson_400x400-1.webp 400w, https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ADF-Sean_Nelson_400x400-1-300x300.webp 300w, https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ADF-Sean_Nelson_400x400-1-150x150.webp 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rhoda Jatau befindet sich an einem sicheren Ort, w\u00e4hrend sie auf ihren Gerichtsprozess wartet. 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