{"id":8487,"date":"2021-05-07T07:09:00","date_gmt":"2021-05-07T07:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/adfinternational.org\/?p=8487"},"modified":"2026-05-19T15:26:00","modified_gmt":"2026-05-19T15:26:00","slug":"un-menschenrechtsrat-protest-gegen-belgisches-euthanasiegesetz","status":"publish","type":"press_release","link":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/news\/un-menschenrechtsrat-protest-gegen-belgisches-euthanasiegesetz\/","title":{"rendered":"UN-Menschenrechtsrat: Protest gegen belgisches Euthanasiegesetz"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Internationaler Druck auf Belgien, \u00e4ltere Menschen und Menschen mit Behinderungen zu sch\u00fctzen<\/li>\n<li>Belgien zweifach unter Druck: Vereinte Nationen untersuchen Einhaltung der Menschenrechte und Klage vor europ\u00e4ischem H\u00f6chstgericht gegen Euthanasie-Gesetz<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>GENF<\/b> (7. Mai 2021) \u2013 In einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf wurden schwere Vorw\u00fcrfe gegen Belgien wegen des nationalen Euthanasie-Gesetzes erhoben. Im Rahmen der \u201eUniversal Periodic Review\u201c, bei der die staatlichen Menschenrechtsbilanzen \u00fcberpr\u00fcft und Reformen vorgeschlagen werden, kritisierten verschiedene Staaten die belgische Regierung und forderten einen menschlicheren Umgang mit \u00c4lteren und Menschen mit Behinderungen. Seit der Legalisierung im Jahr 2002 hat sich die Zahl der registrierten Euthanasie-Todesf\u00e4lle in dem Land verhundertfacht. Seit Februar 2014 d\u00fcrfen \u00c4rzte sogar das Leben von Kindern beenden \u2013 unabh\u00e4ngig von deren Alter.<\/p>\n<p>\u201eEine soziale und gerechte Gesellschaft k\u00fcmmert sich um die Schw\u00e4chsten. Das internationale Recht sch\u00fctzt das jedem Einzelnen innewohnende Recht auf Leben und verlangt von den Staaten, die W\u00fcrde und das Leben aller Menschen zu sch\u00fctzen, anstatt eine k\u00fcnstliche Beendigung des Lebens zu f\u00f6rdern. Traurigerweise haben wir in den letzten zwei Jahrzehnten gesehen, wie Belgiens Euthanasie-Gesetz v\u00f6llig au\u00dfer Kontrolle geraten ist. In einem Fall wurde sogar das Leben einer 23-j\u00e4hrigen Frau auf tragische Weise durch Euthanasie beendet, nur, weil sie mit psychischen Problemen zu k\u00e4mpfen hatte. Es gibt nichts Fortschrittliches an einer Regierung, die sich weigert, den Schw\u00e4chsten zu helfen, sondern ihnen stattdessen die Todesspritze anbietet. Wir fordern die belgische Regierung auf, die internationale Kritik ernst zu nehmen und Euthanasie endlich zu beenden. Die Ressourcen sollten vielmehr f\u00fcr die palliative Pflege jener verwendet werden, die kurz vor ihrem nat\u00fcrlichen Lebensende stehen\u201c, sagte Giorgio Mazzoli, UN-Rechtsreferent in Genf f\u00fcr ADF International.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><b>Haiti, \u00c4gypten, Bangladesch und weitere L\u00e4nder kritisieren Euthanasie in Belgien<\/b><\/p>\n<p>Der Welt\u00e4rztebund hat die Praxis der Euthanasie und des assistierten Suizids konsequent und ausdr\u00fccklich als unethisch abgelehnt. Diese Vorgehensweise wird seit langem als diskriminierend gegen\u00fcber \u00e4lteren oder behinderten Menschen angesehen. Fast 20 % der Sterbef\u00e4lle durch Euthanasie in Belgien entfielen im Jahr 2017 auf Patienten mit Alterserscheinungen.<\/p>\n<p>Auch Bangladesch \u00e4u\u00dferte klare Kritik an und forderte die belgische Regierung auf, zuzusagen, \u201edas Recht aller Menschen auf Leben bis zum nat\u00fcrlichen Tod zu sch\u00fctzen und zu f\u00f6rdern, ohne Diskriminierung aufgrund von Alter, Behinderung oder anderen Gr\u00fcnden\u201c.<\/p>\n<p>Auch Haiti forderte die Regierung auf, \u201esicherzustellen, dass Patienten eine qualitativ hochwertige Palliativversorgung erhalten.\u201c<\/p>\n<p>\u00c4gypten ist der Ansicht, dass eine Legalisierung der Euthanasie gegen internationale Menschenrechtsvertr\u00e4ge verst\u00f6\u00dft, die das jedem Einzelnen innewohnende Recht auf Leben sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><b>Klage gegen Belgiens Euthanasiegesetz vor europ\u00e4ischem H\u00f6chstgericht<\/b><\/p>\n<p>Parallel zu all diesen Vorw\u00fcrfen muss Belgien das nationale Euthanasiegesetz auch vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte verteidigen. Die Menschenrechtsgruppe ADF International unterst\u00fctzt dabei Tom Mortier, der 2012 seine Mutter durch die t\u00f6dliche Prozedur verloren hat und nun die aktuelle Rechtslage anfechtet.<\/p>\n<p>\u201eDas gro\u00dfe Problem in unserer Gesellschaft ist, dass wir den Sinn daf\u00fcr verloren haben, uns umeinander zu k\u00fcmmern\u201c, sagte Tom Mortier.<\/p>\n<p>\u201eMeine Mutter hatte ein schweres psychisches Problem. Sie hatte ihr Leben lang mit Depressionen zu k\u00e4mpfen. Jahrelang behandelten sie verschiedene Psychiater, doch schlie\u00dflich ist der Kontakt zwischen uns abgebrochen. Ein Jahr sp\u00e4ter erhielt sie die t\u00f6dliche Injektion. Weder der Onkologe, der das Gift spritzte, noch das Krankenhaus hatten mich oder eines meiner Geschwister dar\u00fcber informiert, dass unsere Mutter die Euthanasie auch nur in Erw\u00e4gung zog. Ich erfuhr davon erst einen Tag sp\u00e4ter, als ich vom Krankenhaus kontaktiert und aufgefordert wurde, mich um die \u201apraktischen\u00b4 Dinge zu k\u00fcmmern\u201c, fuhr er fort.<\/p>\n<p>Das belgische Gesetz verlangt, dass sich die Person in einem \u201emedizinisch aussichtslosen Zustand st\u00e4ndigen und unertr\u00e4glichen k\u00f6rperlichen oder geistigen Leidens befindet, welches nicht gelindert werden kann und aus einer schweren und unheilbaren St\u00f6rung resultiert, die durch eine Krankheit oder einen Unfall verursacht wurde\u201c. Toms Mutter war k\u00f6rperlich gesund, und ihr behandelnder Psychiater, dessen Praxis sie seit mehr als 20 Jahren besucht hatte, glaubt nicht, dass sie die gesetzlichen Anforderungen des belgischen Euthanasiegesetzes erf\u00fcllt hat. Trotzdem wurde ihr 2012 von einem Onkologen ohne bekannte psychiatrische Qualifikationen die t\u00f6dliche Injektion verabreicht.<\/p>\n<p>Dieser Arzt ist auch Mitglied der nationalen Kommission, die Euthanasie-F\u00e4lle \u00fcberpr\u00fcft, um die Einhaltung des Gesetzes sicherzustellen. Er leitet auch eine Pro-Euthanasie-Organisation, die von Tom Mortiers Mutter ein paar Wochen vor ihrem Tod eine Zahlung erhalten hat. Dennoch stimmte die Kommission \u201eeinstimmig\u201c daf\u00fcr, die Euthanasie in diesem Fall zu genehmigen.<\/p>\n<p>Der Fall, der nun vor dem europ\u00e4ischen H\u00f6chstgericht verhandelt wird, hat nun das Potenzial, an Euthanasiegesetzen in ganz Europa zur r\u00fctteln. Die Entscheidung des Gerichts hat Auswirkungen f\u00fcr mehr als 820 Millionen Europ\u00e4er in den 47 Mitgliedsstaaten des Europarats.<\/p>\n<p>\u201eDie Situation in Belgien ist der \u00d6ffentlichkeit bekannt und wir sehen die tragischen Folgen unter anderem in diesem Fall. Nach dem j\u00fcngsten Regierungsbericht erhalten mehr als sechs Menschen pro Tag die Todesspritze \u2013 und das k\u00f6nnte nur die Spitze des Eisbergs sein. Die Zahlen zeigen uns eine schreckliche Entwicklung und best\u00e4tigen, dass, wenn ein Euthanasiegesetz erst einmal in Kraft getreten ist, die Auswirkungen nicht mehr kontrolliert werden k\u00f6nnen. Belgien hat sich auf einen Weg begeben, der den Schw\u00e4chsten vermittelt, dass ihr Leben nicht lebenswert sei\u201c, sagte Robert Clarke, stellvertretender Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Rechtsabteilung von ADF International und Vertreter von Tom Mortier vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/tomSQ.jpg\" data-elementor-open-lightbox=\"yes\" data-elementor-lightbox-slideshow=\"6afe0cd2\" data-elementor-lightbox-title=\"TomSQ\" data-e-action-hash=\"#elementor-action%3Aaction%3Dlightbox%26settings%3DeyJpZCI6ODQ5MSwidXJsIjoiaHR0cHM6XC9cL2FkZmludGVybmF0aW9uYWwub3JnXC93cC1jb250ZW50XC91cGxvYWRzXC8yMDIyXC8wNlwvdG9tU1EuanBnIiwic2xpZGVzaG93IjoiNmFmZTBjZDIifQ%3D%3D\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Robert_Clarke_1-200x200-1-1.jpg\" data-elementor-open-lightbox=\"yes\" data-elementor-lightbox-slideshow=\"6afe0cd2\" data-elementor-lightbox-title=\"Robert Clarke 1 200x200 (1)\" data-e-action-hash=\"#elementor-action%3Aaction%3Dlightbox%26settings%3DeyJpZCI6ODMxNywidXJsIjoiaHR0cHM6XC9cL2FkZmludGVybmF0aW9uYWwub3JnXC93cC1jb250ZW50XC91cGxvYWRzXC8yMDIyXC8wNlwvUm9iZXJ0X0NsYXJrZV8xLTIwMHgyMDAtMS0xLmpwZyIsInNsaWRlc2hvdyI6IjZhZmUwY2QyIn0%3D\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/adfinternational.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Giorgio_1-2-e1631866816655-200x200-1.jpg\" data-elementor-open-lightbox=\"yes\" data-elementor-lightbox-slideshow=\"6afe0cd2\" data-elementor-lightbox-title=\"Giorgio 1 2 E1631866816655 200x200\" data-e-action-hash=\"#elementor-action%3Aaction%3Dlightbox%26settings%3DeyJpZCI6ODI5NSwidXJsIjoiaHR0cHM6XC9cL2FkZmludGVybmF0aW9uYWwub3JnXC93cC1jb250ZW50XC91cGxvYWRzXC8yMDIyXC8wNlwvR2lvcmdpb18xLTItZTE2MzE4NjY4MTY2NTUtMjAweDIwMC0xLmpwZyIsInNsaWRlc2hvdyI6IjZhZmUwY2QyIn0%3D\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationaler Druck auf Belgien, \u00e4ltere Menschen und Menschen mit Behinderungen zu sch\u00fctzen Belgien zweifach unter Druck: Vereinte Nationen untersuchen Einhaltung der Menschenrechte und Klage vor europ\u00e4ischem H\u00f6chstgericht gegen Euthanasie-Gesetz GENF (7. Mai 2021) \u2013 In einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf wurden schwere Vorw\u00fcrfe gegen Belgien wegen des nationalen Euthanasie-Gesetzes erhoben. Im Rahmen der \u201eUniversal [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":25879,"template":"","meta":{"give_campaign_id":0,"pr_treatment":"warm"},"tags":[64,436,217,39],"class_list":["post-8487","press_release","type-press_release","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-de","tag-ehe-und-familie","tag-lebensschutz","tag-news-2"],"press_release_related_tags":false,"press_release_related_campaign":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/press_release\/8487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/press_release"}],"about":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press_release"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/press_release\/8487\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25879"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}