{"id":8653,"date":"2022-02-15T06:01:00","date_gmt":"2022-02-15T06:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/adfinternational.org\/?p=8653"},"modified":"2026-05-19T15:26:00","modified_gmt":"2026-05-19T15:26:00","slug":"update-schlussplaedoyers-im-strafprozess-gegen-finnische-abgeordnete-wegen-eines-bibel-tweets","status":"publish","type":"press_release","link":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/news\/update-schlussplaedoyers-im-strafprozess-gegen-finnische-abgeordnete-wegen-eines-bibel-tweets\/","title":{"rendered":"UPDATE: Schlusspl\u00e4doyers im Strafprozess gegen finnische Abgeordnete wegen eines Bibel-Tweets"},"content":{"rendered":"<h2><b>UPDATE: Schlusspl\u00e4doyers im Strafprozess gegen finnische Abgeordnete wegen eines Bibel-Tweets<\/b><\/h2>\n<ul>\n<li>Letzter Prozesstag f\u00fcr finnische Parlamentarierin P\u00e4ivi R\u00e4s\u00e4nen und Bischof Pohjola<\/li>\n<li>Die ehemalige finnische Innenministerin muss sich wegen der \u00c4u\u00dferung ihrer \u00dcberzeugungen vor Gericht verantworten<\/li>\n<\/ul>\n<p>HELSINKI\/ WIEN (15 Februar 2022) \u2013 Die finnische Parlamentarierin Dr. P\u00e4ivi R\u00e4s\u00e4nen und Bischof Juhana Pohjola standen gestern zum zweiten Mal vor Gericht in Helsinki. Der langj\u00e4hrigen Parlamentarierin und ehemaligen Innenministerin sowie dem Bischof wird \u201eHassrede\u201c vorgeworfen, weil sie &#8211;&nbsp;unter anderem&nbsp;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/PaiviRasanen\/status\/1140693636176384011\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" style=\"font-size: 1rem; letter-spacing: 1.1px; background-color: rgb(255, 255, 255);\">auf Twitter<\/a>&nbsp;&#8211;&nbsp;\u00f6ffentlich ihre \u00dcberzeugungen zu Ehe und Sexualethik ge\u00e4u\u00dfert haben. Die abschlie\u00dfenden Argumente wurden am 14. Februar geh\u00f6rt. Ein Urteil wird f\u00fcr M\u00e4rz erwartet.<\/p>\n<p>\u201eDer urspr\u00fcnglich als Strafverfahren begonnenen Prozess hat sich im Verlauf mehr und mehr zum Schauplatz einer theologischen Auseinandersetzung entwickelt. Immer wieder ging es darum, welche christlichen \u00dcberzeugungen in Finnland ge\u00e4u\u00dfert werden d\u00fcrfen und welche nicht. Es ist unglaublich, dass dieser Prozess in einem modernen europ\u00e4ischen Land stattfindet und nicht in einer religi\u00f6sen Theokratie\u201c, sagte Lorc\u00e1n Price, Rechtsanwalt bei ADF International, der dem zweiten Verhandlungstag beiwohnte, um die Verteidigung R\u00e4s\u00e4nens und des Bischofs zu unterst\u00fctzen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p><b>Christliche Lehren auf dem Pr\u00fcfstand&nbsp;<\/b><\/p>\n<p>In ihrem Schlusspl\u00e4doyer argumentierte die Staatsanwaltschaft, dass die Verwendung des Wortes \u201eS\u00fcnde [&#8230;] sch\u00e4dlich\u201c sein k\u00f6nne. Sp\u00e4ter erkl\u00e4rte sie: \u201eDie Bibel steht hier nicht vor Gericht, wohl aber R\u00e4s\u00e4nens Worte\u2026\u201c, \u201eDer Apostel Paulus steht hier nicht vor Gericht, wohl aber R\u00e4s\u00e4nen.\u201c Die Staatsanwaltschaft forderte hohe Geldstrafen, die nach Ansicht der Verteidigung im Falle eines Schuldspruchs unangemessen w\u00e4ren.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>R\u00e4s\u00e4nens Verteidigung, die von ADF International unterst\u00fctzt wird, argumentierte, dass ein Schuldspruch R\u00e4s\u00e4nens die Redefreiheit in Finnland erheblich beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrde. Die \u00c4u\u00dferungen R\u00e4s\u00e4nens seien Ausdruck der christlichen Lehre. Sie zitierten das Urteil des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte in der Rechtssache Handyside gegen das Vereinigte K\u00f6nigreich. Der Gerichtshof hatte damals entschieden, dass auch Meinungen und Ansichten, selbst wenn sie den Staat oder irgendeinen Teil der Bev\u00f6lkerung verletzen, schockieren oder beunruhigen k\u00f6nnten, geteilt werden d\u00fcrfen. Denn, die Redefreiheit sei ein Eckpfeiler einer freien Demokratie. Abschlie\u00dfend res\u00fcmierte die Verteidigung, dass sich der Prozess zu einer theologischen Debatte \u00fcber das Thema \u201eWas ist S\u00fcnde?\u201c entwickelt habe. Dies sei keine Frage, \u00fcber die das Gericht zu entscheiden habe.&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p><b>Angeklagt wegen glaubensbasierter Ansichten<\/b><\/p>\n<p>Im April 2021 hatte die finnische Generalstaatsanw\u00e4ltin drei Strafanzeigen gegen R\u00e4s\u00e4nen erhoben: zum einen wegen des Inhalts einer Brosch\u00fcre, die R\u00e4s\u00e4nen 2004 geschrieben hatte, zum anderen wegen ihrer Teilnahme an einer Debatte in einer Radiosendung (im Jahr 2019), sowie wegen eines Tweets mit einem Bild von Bibelversen, den R\u00e4s\u00e4nen an ihre Kirchenleitung gerichtet hatte. Bischof Pohjola wird ebenfalls angeklagt, weil er die Brosch\u00fcre ver\u00f6ffentlicht hat, die R\u00e4s\u00e4nen vor \u00fcber 17 Jahren f\u00fcr seine Kirchengemeinde erstellt hatte.<\/p>\n<p>\u201eDer Gro\u00dfteil des Prozesses drehte sich bisher um die Rolle der Bibel in der Gesellschaft\u201c, sagte Paul Coleman, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von ADF International und Autor von \u201eZensiert: Wie Europ\u00e4ische Hassredegesetze die Redefreiheit bedrohen\u201d. \u201eDie Staatsanw\u00e4ltin versuchte am ersten Tag zu erkl\u00e4ren, dass es in diesem Fall nicht um Glauben oder die Bibel gehe. Dann zitierte sie jedoch Bibelverse aus dem Alten Testament und beendete den Tag mit einem Kreuzverh\u00f6r des Bischofs \u00fcber Details der christlichen Theologie. Und das alles vor einem weltlichen Gericht. Finnische Prozessanw\u00e4lte, die seit Jahren jeden Tag vor Gericht stehen, sagten, sie erinnerten sich nicht, dass die Bibel jemals auf diese Weise bei einer Anklage verlesen worden sei. Ich w\u00fcrde den Tag als einen modernen Inquisitions- oder Ketzerprozess bezeichnen. Die \u201eKetzerei\u201c bestand darin, dass sie traditionelle christliche Glaubenslehre ausgesprochen und nicht der neuen sexuellen Orthodoxie gehuldigt hatten.\u201c<\/p>\n<\/p>\n<p><b>Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Angeklagten w\u00e4chst international<\/b><\/p>\n<p>Wie bereits am ersten Prozesstag am 24. Januar, versammelten sich am 14. Februar wieder Menschenmengen vor dem Gerichtsgeb\u00e4ude in Helsinki, um ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Politikerin und den Bischof auszudr\u00fccken. In Ungarn versammelten sich am vergangenen Wochenende \u00fcber&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hetek.hu\/cikkek\/online\/thousands-demonstrated-hungary-a-finnish-mp-standing-trial-quoting\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3000 Menschen vor der Finnischen Botschaft in Budapest<\/a>, um gegen die Anklagen zu demonstrieren.<\/p>\n<p>Pastor Andrew Brunson, dem in der T\u00fcrkei aufgrund seines Glaubens eine Gef\u00e4ngnisstrafe drohte, reiste eigens nach Finnland, um R\u00e4s\u00e4nen vor Beginn ihres Prozesses zu begr\u00fc\u00dfen. Er brachte ein von Christen aus aller Welt unterzeichnetes Unterst\u00fctzungsgebet mit. Die Aktion wurde von der NGO Family Research Council aus Washington D.C. organisiert.<\/p>\n<p>Mehrere hochrangige Mitglieder des US-Kongresses, darunter der texanische republikanische Abgeordnete Chip Roy, schrieben kurz vor dem Prozess einen offenen Ermutigungsbrief an R\u00e4s\u00e4nen und Pohjola: \u201eIm Geiste christlicher Solidarit\u00e4t schreiben wir Ihnen, um Ihnen in dieser schwierigen Zeit unsere Unterst\u00fctzung, Ermutigung und unsere Gebete anzubieten. [\u2026] Frau R\u00e4s\u00e4nen und Bischof Pohjola, wir haben Sie in den vergangenen Monaten in unseren Gebeten begleitet, w\u00e4hrend wir Ihre F\u00e4lle von den Vereinigten Staaten aus verfolgten \u2013 in dem Wissen, dass diese Herausforderung, vor der Sie stehen, nicht nur juristisch, sondern auch geistlich ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJeden Tag erhalte ich Briefe von Menschen, die mir sagen, dass sie durch diesen Fall ermutigt werden. Daf\u00fcr bin ich sehr dankbar. Ich glaube, dass Gott am Werk ist\u201c, sagte P\u00e4ivi R\u00e4s\u00e4nen im Vorfeld des Prozesses im Interview mit&nbsp;<a href=\"https:\/\/thefederalist.com\/2022\/02\/14\/finnish-christian-on-trial-for-quoting-the-bible-on-twitter-god-is-working\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Federalist<\/a>.<\/p>\n<\/p>\n<p><b>Polizeiliche Verh\u00f6re wegen Bibel-Tweet<\/b><\/p>\n<p>Die polizeilichen Ermittlungen gegen R\u00e4s\u00e4nen begannen im Juni 2019. Als aktives Mitglied der finnischen lutherischen Kirche hatte sie sich auf Twitter an die Leitung ihrer Kirche gewandt und deren offizielle Unterst\u00fctzung der LGBT-Veranstaltung \u201ePride 2019\u201c infrage gestellt, begleitet von einem Bild mit Bibelversen aus dem neutestamentlichen Buch der R\u00f6mer. Nach diesem Tweet wurden weitere Ermittlungen gegen R\u00e4s\u00e4nen eingeleitet, die auf ein kirchliches Pamphlet zur\u00fcckgehen, das R\u00e4s\u00e4nen vor fast 20 Jahren verfasst hatte. In den letzten zwei Jahren wurde R\u00e4s\u00e4nen mehrfach von der Polizei zu ihren christlichen \u00dcberzeugungen befragt, wobei sie h\u00e4ufig aufgefordert wurde, ihr Bibelverst\u00e4ndnis zu erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Zwei der drei Anklagen gegen R\u00e4s\u00e4nen wurden erhoben, obwohl die Polizei nachdr\u00fccklich empfohlen hatte, die Strafverfolgung nicht fortzusetzen. R\u00e4s\u00e4nens \u00c4u\u00dferungen verstie\u00dfen auch nicht gegen die Richtlinien von Twitter oder des nationalen Rundfunks, weshalb sie auf deren Plattformen weiterhin frei zug\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p>R\u00e4s\u00e4nen ist seit 1995 Mitglied des finnischen Parlaments, war von 2004 bis 2015 Vorsitzende der Christdemokraten und von 2011 bis 2015 Innenministerin, in dieser Zeit war sie f\u00fcr Kirchenangelegenheiten in Finnland zust\u00e4ndig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>UPDATE: Schlusspl\u00e4doyers im Strafprozess gegen finnische Abgeordnete wegen eines Bibel-Tweets Letzter Prozesstag f\u00fcr finnische Parlamentarierin P\u00e4ivi R\u00e4s\u00e4nen und Bischof Pohjola Die ehemalige finnische Innenministerin muss sich wegen der \u00c4u\u00dferung ihrer \u00dcberzeugungen vor Gericht verantworten HELSINKI\/ WIEN (15 Februar 2022) \u2013 Die finnische Parlamentarierin Dr. P\u00e4ivi R\u00e4s\u00e4nen und Bischof Juhana Pohjola standen gestern zum zweiten Mal [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":25442,"template":"","meta":{"give_campaign_id":0,"pr_treatment":"warm"},"tags":[64,436,438,178,39,98,435],"class_list":["post-8653","press_release","type-press_release","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-de","tag-ehe-und-familie","tag-globale-zensur","tag-meinungsfreiheit-de","tag-news-2","tag-paivi","tag-religionsfreiheit-de"],"press_release_related_tags":false,"press_release_related_campaign":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/press_release\/8653","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/press_release"}],"about":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press_release"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/press_release\/8653\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25442"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}