{"id":89251,"date":"2026-06-30T09:58:37","date_gmt":"2026-06-30T09:58:37","guid":{"rendered":"https:\/\/adfinextstg.wpenginepowered.com\/?post_type=press_release&#038;p=89251"},"modified":"2026-06-30T09:58:38","modified_gmt":"2026-06-30T09:58:38","slug":"historische-erklaerung-fordert-internationales-moratorium-fuer-leihmutterschaft-deutschland-verletzt-voelkerrecht","status":"publish","type":"press_release","link":"https:\/\/adfinternational.org\/de\/news\/historische-erklaerung-fordert-internationales-moratorium-fuer-leihmutterschaft-deutschland-verletzt-voelkerrecht\/","title":{"rendered":"Historische Erkl\u00e4rung fordert internationales Moratorium f\u00fcr Leihmutterschaft &#8211; Deutschland verletzt V\u00f6lkerrecht"},"content":{"rendered":"\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine neue politische Erkl\u00e4rung mehrerer Staaten in Genf st\u00e4rkt internationale Bem\u00fchungen, Frauen und Kinder besser vor Kommerzialisierung und Menschenhandel zu sch\u00fctzen.<\/li>\n\n\n\n<li>ADF International leitete die Auftaktveranstaltung bei den Vereinten Nationen und begr\u00fc\u00dfte den Schritt als einen wichtigen Impuls f\u00fcr die weltweite Abschaffung der Leihmutterschaft.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>GENF, WIEN (29. JUNI 2026)<\/strong> \u2013 &nbsp;Vier Regierungen haben bei den Vereinten Nationen eine politische Erkl\u00e4rung vorgestellt, die ein internationales Moratorium f\u00fcr Leihmutterschaft fordert. Die Praxis sei mit internationalen Menschenrechten nicht vereinbar. Angef\u00fchrt von Italien und Chile bekennen sich die&nbsp; Unterzeichnerstaaten zur weltweiten Abschaffung der Leihmutterschaft. Das Moratorium soll den Weg zu einem v\u00f6lkerrechtlich verbindlichen Verbot ebnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-menschenwurde-statt-marktlogik\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Menschenw\u00fcrde statt Marktlogik<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erkl\u00e4rung verweist auf gravierende Menschenrechtsverletzungen: die Kommerzialisierung menschlichen Lebens, die Ausbeutung von Frauen sowie die bewusste Trennung von Kindern und ihren leiblichen M\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frauen und M\u00e4dchen seien dadurch erheblichen Risiken ausgesetzt \u2013 von medizinischen Gefahren \u00fcber Zwangssituationen bis zum Verlust ihrer Selbstbestimmung. Besonders betroffen seien vulnerable Frauen und Kinder.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-gefahrdete-kinder-rechtliche-grauzonen\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Gef\u00e4hrdete Kinder, rechtliche Grauzonen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unterzeichner betonen die Folgen f\u00fcr Kinder: Beeintr\u00e4chtigungen der fr\u00fchkindlichen Entwicklung, langfristige gesundheitliche Risiken und ihr gesamtes Wohlbefinden. Hinzu kommen rechtliche Unsicherheiten zu Elternschaft, Staatsangeh\u00f6rigkeit und Schutzrechten sowie Gefahren durch Aussetzung, Menschenhandel und Ausbeutung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erkl\u00e4rung wurde am Rande der 62. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats vorgestellt \u2013 mitgetragen von Italien, Chile, Kamerun und dem Heiligen Stuhl und moderiert von ADF International.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz zuvor hatte UN-Sonderberichterstatterin Reem Alsalem ihren Bericht \u00fcber Gewalt gegen M\u00fctter pr\u00e4sentiert, in dem Leihm\u00fctter als besonders gef\u00e4hrdet eingestuft werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-politik-muss-profitgier-auf-kosten-der-schwachsten-stoppen\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Politik muss Profitgier auf Kosten der Schw\u00e4chsten stoppen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die italienische Familienministerin Eugenia Roccella warnte vor einem globalen Markt f\u00fcr Leihmutterschaft, der von grenz\u00fcberschreitenden Arrangements und tiefen sozialen Ungleichheiten gepr\u00e4gt sei. \u201ePolitische Entscheidungstr\u00e4ger m\u00fcssen sich fragen, ob jeder Mensch noch als Person respektiert wird \u2013 oder bereits zum Mittel f\u00fcr die W\u00fcnsche anderer geworden ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Felipe Kipreos Palau, Direktor f\u00fcr Menschenrechte im chilenischen Au\u00dfenministerium, kritisierte internationale Regulierungsl\u00fccken, die Risiken \u00fcber Grenzen hinweg verlagerten. Er forderte verst\u00e4rkte internationale Zusammenarbeit und einen Diskurs, der sich an Kindeswohl und Menschenw\u00fcrde orientiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reem Alsalem vom UN-Menschenrechtsrat betonte: \u201eFragmentierte nationale Regelungen beg\u00fcnstigen einen globalen Markt, der Sch\u00e4den f\u00fcr Frauen und Kinder in besonders verletzliche Regionen verlagert.\u201c Zugleich zeige die j\u00fcngste Erkl\u00e4rung in Genf, 2dass hier politisch zu handeln m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Giorgio Mazzoli, Direktor f\u00fcr UN-Advocacy bei ADF International (ADFI), hob hervor, dass internationales Recht Leihmutterschaft bereits als unvereinbar mit der Menschenw\u00fcrde einstufe. \u201eDoch die Ausbreitung von Leihmutterschaft und grenz\u00fcberschreitende Schlupfl\u00f6cher erfordern eine koordinierte globale Antwort.\u201c Die j\u00fcngste Erkl\u00e4rung sei ein bedeutender Schritt, \u201eum den internationalen Konsens zu st\u00e4rken und schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen zu stoppen.\u201c Mazzoli forderte Regierungen weltweit dazu auf, sich dieser Bewegung anzuschlie\u00dfen, \u201eum Frauen und Kinder vor einer Industrie zu sch\u00fctzen, die aus ihrer Verwundbarkeit Profit zieht.\u201c J\u00e4hrliche Ums\u00e4tze aus Leihmutterschaft werden aktuell konservativ auf \u00fcber 20 Milliarden US-Dollar gesch\u00e4tzt. Andere Berechnungen liegen deutlich h\u00f6her. Einig sind sich Marktbeobachter darin, dass die Tendenz wachsend ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-internationale-bewegung-fur-frauenrechte-und-kindeswohl-nimmt-fahrt-auf\" class=\"wp-block-heading\"><strong>Internationale Bewegung f\u00fcr Frauenrechte und Kindeswohl nimmt Fahrt auf<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erkl\u00e4rung kn\u00fcpft an einen UN-Bericht von Oktober 2025 an, der Leihmutterschaft als Ausbeutung und Gewalt gegen Frauen sowie Missbrauch von Kindern beschreibt und ein internationales Verbot fordert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ADF International geh\u00f6rt zu den ersten Organisationen, die diese menschenrechtlichen Risiken systematisch bei den Vereinten Nationen thematisierten, ebenso wie die Casablanca Declaration, ein unabh\u00e4ngiges Expertennetzwerk aus \u00fcber 80 L\u00e4ndern. Die internationale Menschenrechtsorganisation ADFI war zudem Mitinitiatorin eines zivilgesellschaftlichen Schreibens, das von \u00fcber 220 Organisationen aus 40 L\u00e4ndern unterst\u00fctzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehrere Staaten haben inzwischen gehandelt: Italien verbot 2024 Leihmutterschaft auch im Ausland, die Slowakei folgte 2025 mit einem verfassungsrechtlichen Verbot. In Chile brachte die Kommission f\u00fcr Familie, Kindheit und Jugend Anfang 2026 ein Gesetzesvorhaben zur Abschaffung der Leihmutterschaft voran. \u201eIn Deutschland gibt es kein rechtliches Vakuum &#8211; Leihmutterschaft ist gesetzlich klar verboten, ebenso wie die Vermittlung von oder Werbung f\u00fcr entsprechende Dienstleistungen,\u201c sagt Dr. Felix B\u00f6llmann. Der Leiter der europ\u00e4ischen Rechtsabteilung ADFI mit Sitz in Wien, betont jedoch, woran es in Deutschland mangelt: \u201eDas Verbot wird nicht konsequent durchgesetzt. Deutschland verletzt damit v\u00f6lkerrechtliche Verpflichtungen, etwa aus der Kinderrechtskonvention.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GENF, WIEN (29. JUNI 2026) \u2013 &nbsp;Vier Regierungen haben bei den Vereinten Nationen eine politische Erkl\u00e4rung vorgestellt, die ein internationales Moratorium f\u00fcr Leihmutterschaft fordert. Die Praxis sei mit internationalen Menschenrechten nicht vereinbar. Angef\u00fchrt von Italien und Chile bekennen sich die&nbsp; Unterzeichnerstaaten zur weltweiten Abschaffung der Leihmutterschaft. 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