ADF International

Christenverfolgung in Indien steigt: 14-Jähriger ermordet

Zusammenfassung

  • 102 Anschläge gegen Christen allein im Jahr 2020
  • Behörden müssen mehr für den Schutz religiöser Minderheiten tun

NEU DELHI (17. Juni 2020) – Die Christenverfolgung in Indien steigt mitten in der Coronakrise an. Der 14-Jährige Samaru Madkami wurde im Bundesstaat Odisha wegen seines Glaubens ermordet. Eine Gruppe von Extremisten griff den jungen Teenager an, um ihn zunächst zu entführen. Anschließend erschlugen sie ihn und vergruben seine Leiche im Dschungel. Dies war der neueste Fall einer Serie von Anschlägen gegen Christen und andere religiöse Minderheiten.

„Niemand darf wegen seines Glaubens verfolgt und schon gar nicht ermordet werden. Auch wenn die schreckliche Situation von Christen und anderen religiösen Minderheiten bekannt und dokumentiert ist, wird kaum etwas dagegen unternommen. Die grauenhafte Ermordung des 14-jährigen Samaru muss unser Land endlich aufrütteln. Es ist ein Grundrecht, seinen Glauben frei zu wählen und ausüben zu können. Die Behörden sind dafür verantwortlich, Christen zu schützen und die Attentäter zu verfolgen. Zu unserer Erleichterung hat die Polizei in diesem Fall schnell gehandelt und wir hoffen auf Gerechtigkeit für Samarus Familie. Samaru hat nie jemanden wehgetan oder beleidigt. Sein einziges „Vergehen“ war, dass sein Vater in der christlichen Kirche im Ort aktiv war,“ sagte Tehmina Arora, Leiterin von ADF Indien.

102 Anschläge gegen Christen allein im Jahr 2020

Seit 2019 hat die Gewalt gegen Christen dramatisch zugenommen. Das United Christian Forum zählte allein im Jahr 2020 über 102 Fälle, in denen Christen Opfer von Verfolgung und Gewalt waren. Die einzelnen Anschläge ähneln einander sehr oft und meistens verfolgt die Polizei die Fälle nicht weiter. Eine Gruppe von Extremisten stürmt ein Gebetstreffen oder eine sonstige christliche Veranstaltung, schreit mit Flüchen und Schimpfwörtern herum, um die Anwesenden anschließend zu verprügeln – einschließlich der Kinder und Frauen. Danach werden die Pastoren oder Priester regelmäßig verhaftet, weil gegen sie falsche Anschuldigungen vorgebracht werden.

Die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 brachten den verfolgten Minderheiten in Indien zwar eine kurze Erholung, aber die Welle der Gewalt gegen verschiedene Glaubensgruppen scheint mit umso größerer Wucht zurückzukommen.

„Die Ermordung eines 14-Jährigen ist ein neuer, schrecklicher Höhepunkt der Christenverfolgung in Indien. Diese grausame Tat zeigt, unter welchen Anfeindungen viele Christen und andere religiöse Minderheiten tagtäglich leiden. Die Behörden müssen mehr tun, um alle Bevölkerungsgruppen zu schützen. Jeder hat das Recht, seinen Glauben frei zu wählen und ausüben zu können,“ sagte Paul Coleman, Geschäftsführer von ADF International.

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