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Deutsche Behörden drohen erneut mit Sorgerechtsentzug für zuhause unterrichtete Kinder

Summary

  • Behörden mischen sich weiterhin in das Leben der Homeschooling-Familie Wunderlich ein
  • EU Menschengerichtshof anerkennt, dass das Kindeswohl durch Hausunterricht nicht gefährdet ist

FRANKFURT (22 Februar 2019) – Nur wenige Wochen nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte über den Fall der deutschen Homeschooling-Familie Wunderlich entschieden hat, steht die Familie erneut einem Sorgerechtsverfahren gegenüber.  Die vierfachen Eltern Petra und Dirk Wunderlich aus Hessen kämpfen seit vielen Jahren für das Recht, ihre Kinder zu Hause selbst unterrichten zu dürfen, so wie es in der Mehrheit der europäischen Länder möglich ist. Obwohl ihre vier Kinder als gebildet und sozialkompetent beurteilt wurden, hatten Gerichte ihnen wegen des “Homeschooling” das Sorgerecht teilweise entzogen und zeitweise gar die Kinder zwangsweise aus dem Elternhaus in staatliche Obhut genommen

Das Amtsgericht Darmstadt fordert nun aktuell den Nachweis, dass die beiden jüngeren Kinder eine Schule besuchen, und droht den Eltern andernfalls mit einem erneuten Entzug des Sorgerechtes. Bereits im Jahr 2013 veranlasste das Gericht, dass die Kinder mit einem Aufmarsch von mehr als 30 Polizeibeamten und Sozialarbeitern unter Androhung gewaltsamen Öffnens der Haustüre mit einem Rammbock in die Obhut des Jugendamtes genommen wurden.

„Internationales Recht schützt das Recht von Eltern, die Bildung ihrer Kinder zu leiten. Familie Wunderlich und vor allem ihre Kinder mussten durch die deutschen Behörden bereits viel leiden. Es ist schwer zu verstehen, warum man darauf beharrt, das elterliche Sorgerecht zu entziehen. Warum sollte irgendjemand daran interessiert sein, die Kinder ihrer liebenden Familie zu entreißen? Deutsche Gerichte und sogar der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte anerkannten, dass weder der Wissensstand der Kinder beunruhigend , noch dass sie gegen ihren Willen von der Schule ferngehalten wurden“, so Robert Clarke von ADF International, leitender Anwalt in der Klage der Familie Wunderlich vor dem Europäischen Gerichtshof.

Keine Kindeswohlgefährdung

Selbst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wertete in seinem Urteil im Januar 2019, dass es nicht angemessen wäre, die Kinder nochmals zu entziehen, da dadurch „größere Auswirkungen auf die Kinder drohen, als durch den Hausunterricht der Eltern.“

„Es verwundert sehr, dass in diesem Fall erneut ein Familienrichter tätig wird, obwohl bereits das Oberlandesgericht Frankfurt hier eine Kindeswohlgefährdung verneint hat und unterdessen mehrere deutsche Gerichte, jüngst das Oberlandesgericht Düsseldorf, bestätigt haben, dass Homeschooling nicht per se eine Gefährdung des Kindeswohls bedeutet“, so der deutsche Rechtsanwalt Dr. Vogt, der die Eltern Wunderlich schon in der Vergangenheit vor dem Amtsgericht, dem Oberlandesgericht und dem Bundesverfassungsgericht vertrat. Familienrichter Markus Malkmus vom Amtsgericht Darmstadt leitete das Sorgerechtsverfahren ein.

Enttäuschung in der Klage am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

In der Klage der Familie Wunderlich gegen die Bundesrepublik Deutschland hatte die 5. Kammer des Europäischen Gerichtshof für Menschrechte im Januar das Urteil über den Fall verkündet. Demnach sei es keine Verletzung der Rechte der Familie gewesen, als mehr als 30 Polizisten und Sozialarbeiter 2013 ihr Haus stürmten und die Kinder gewaltsam ihren Eltern entzogen. Die Familie klagt seither wegen der Verletzung ihres Rechts auf ein privates Familienleben und dafür, ihre Kinder selbst unterrichten zu dürfen. Nachdem die Gerichte in Deutschland zugunsten der Regierung entschieden hatten, stimmte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im August 2016 zu, den Fall anzunehmen. Jetzt hat das Gericht gegen die deutsche Familie entschieden und ihr Recht auf ein privates Familienleben missachtet. Die Familie hat nun noch die Option, den Fall vor die Große Kammer zu bringen, die höchste Instanz des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Mehr über den Fall hier

 

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