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Neue Statistik: Indische Christen fast täglich Opfer von organisierter Gewalt

Summary

  • Alleine bis März 2019 85 Fälle dokumentiert
  • Gewalttätige Übergriffe auf religiöse Minderheiten an der Tagesordnung

 

NEU DELHI  – In der weltgrößten Demokratie nahm das Jahr 2019 für religiöse Minderheiten einen problematischen Anfang. Seit Ende letzten Jahres stieg die Gewalt gegen indische Christen deutlich an.

Im ersten Quartal 2019 dokumentierten das United Christian Forum und ADF India 85 gewalttätige Mob-Angriffe gegen Christen in 13 verschiedenen indischen Staaten. Das bedeutet fast tägliche Attacken. Zudem geht man von einer vielfach höheren Dunkelziffer aus.

„Niemand soll aufgrund seines Glaubens verfolgt werden. Es ist besorgniserregend, diese furchtbaren Akte der Gewalt zunehmen zu sehen. Es ist höchste Zeit, Christen und andere religiöse Minderheiten vor Angriffen und Inhaftierungen unter falschen Anschuldigungen zu schützen“, so Tehmina Arora, Direktor von ADF India.

Systematische Straßengewalt

Die Angriffe gleichen sich oftmals in ihrem Vorgehen und erhalten kaum Aufmerksamkeit von der Polizei. Eine Gruppe junger Männer kommt zu einem Gebet oder einer Zusammenkunft von Gläubigen, beginnt die Anwesenden zu beschimpfen und zu belästigen und wird dann gewalttätig. Oft werden sogar Frauen und Kinder geschlagen. Danach bringt man die Leiter auf die nächste Polizeistation, wo sie unter der Anschuldigungen festgenommen werden.

In Chattisgarh dokumentierte man einen Fall, in dem Dorfbewohner vertrieben wurden, weil sie Christen sind. Man schlug sie und zerstörte ihre Bibeln. In Tamil Nadu zerrte ein Mob einige Christen zu einem Hindu-Tempel, schmierte Asche auf deren Köpfe und zwang sie, Hindu-Götter anzubeten. Bis jetzt wurde keiner der beiden Fälle seitens der Polizei verfolgt.

Keine Einzelfälle

Paul Coleman, Executive Direktor von ADF International: „Obwohl das Recht auf religiöse Freiheit durch die indische Verfassung geschützt ist, sehen wir trotzdem Christen, die Verfolgung ausgesetzt sind und denen ihre Grundrechte verweigert werden. Traurigerweise sind die aktuellen Angriffe keine Einzelfälle, sondern zeugen viel mehr davon, was viele Christen heutzutage in Indien erfahren. Alle Menschen haben das Recht, ihren Glauben frei zu wählen und auszuleben. Wir drängen die indische Regierung, dieses Recht aufrechtzuhalten und mehr für den Schutz religiöser Minderheiten und die religiöse Freiheit zu tun.“

Tehmina Arora spricht bei BBC World über die Verfolgung von Christen in Indien.

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