ADF International

Indische Christen von falschen Vorwürfen der Zwangsmissionierung und Entführung freigesprochen

Zusammenfassung

  • Bedeutende Entscheidung für Christen und andere religiöse Minderheiten in Indien
  • Fall zeigt erneut, wie Christen Anfeindungen und falschen Anschuldigungen ausgesetzt sind

MADHYA PRADESH (21. Februar 2020) – Diese Woche wurden acht christliche Pastoren von allen Anschuldigungen freigesprochen. Ihnen war fälschlicherweise Entführung und Zwangsmissionierung im Rahmen eines Ferienlagers für Kinder vorgeworfen worden. Sie waren daher im Mai 2017 inhaftiert worden. Zu Beginn wurden auch die Kinder befragt und die Pastoren mussten drei Monate lang darauf warteten, gegen Kaution freigelassen zu werden. Der aktuelle Freispruch ist ein bahnbrechender Sieg für Christen in Indien und zeigt auf, wie sehr religiöse Minderheiten unter Anfeindungen und falschen Anschuldigungen zu leiden haben.

„Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden. Wir sind dankbar, dass diese christliche Gruppe von den ungerechten Anschuldigungen freigesprochen werden. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer religiösen Minderheit wurden sie als Zielscheibe missbraucht und mussten erfundene Vorwürfe wie Entführung und Zwangsmissionierung erdulden. Die indische Verfassung garantiert das Recht, auf freie Religionsausübung und -verbreitung. Leider handelt es sich hier um keinen Einzelfall und dennoch schenkt die Gerechtigkeit in diesem Urteil Zuversicht all jenen Christen und Mitgliedern anderer religiöser Minderheit, die unter Verfolgung und Feindseligkeiten leiden,“ sagt Tehmina Arora, Direktor von ADF Indien.

Christenverfolgung in Indien

Am 23. Mai 2017 nahm die Polizei am Bahnhof von Ratlam im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh mehrere Pastoren und Laienchristen, die eine Gruppe von mehr als 60 Kindern leiteten, fest. Darunter waren auch zwei Frauen und zwei Minderjährige. Die Gruppe war auf dem Weg zu einem christlichen Ferienlager im benachbarten Bundesstaat Maharashtra. Alle Eltern der Kinder bestätigten umgehend vor dem zuständigen Gericht, dass die Kinder mit deren Einverständnis auf dem Weg zu dem Lager waren. Während den Kindern die Rückkehr zu ihren Familien erlaubt wurde, dauerte die Haft für die Pastoren und die meisten ihrer Mitarbeiter an. Erst nach drei Monaten wurden die Beschuldigten gegen Kaution aus der Haft entlassen und nun diese Woche von allen Anschuldigungen freigesprochen.

In Indien hat die Gewalt gegen Christen 2019 dramatisch zugenommen. Das United Christian Forum und ADF India dokumentierten über 300 Fälle von Drohungen und Gewalt gegen Christen. Häufig ähneln die Angriffe einander, aber die Polizei setzt sich selten mit den entsprechenden Anzeigen auseinander. Die Täter suchen als Gruppe Gebetsveranstaltungen von Christen auf, unterbrechen sie mit Gebrüll und Beschimpfungen und verprügeln die Teilnehmer – auch Frauen und Kinder. Für gewöhnlich werden die Pastoren oder Priester anschließend von der Polizei verhaftet unter dem erfundenen Vorwand, sie würden Zwangsmissionierung betreiben.

„Dieser Fall ist ein mahnendes Beispiel für die Ungerechtigkeiten, denen Christen in Indien tagtäglich ausgesetzt sind. Der Freispruch zeigt, dass es möglich und unverzichtbar ist, Grundrechte religiöser Minderheiten an Gericht durch effektiven Rechtsbeistand zu schützen. Leider zeugen die Gewalttaten und Angriffe der letzten Zeit von den Schwierigkeiten, unter denen viele Christen und Mitglieder anderer religiöser Minderheiten in Indien zu leiden haben. Jeder Mensch hat das Recht, seinen Glauben frei wählen und ausüben zu dürfen. Wir fordern die indische Regierung dazu auf, dieses Recht zu verteidigen und sich mehr für den Schutz religiöser Minderheiten und Religionsfreiheit einzusetzen,“ sagt Paul Coleman, Geschäftsführer von ADF International.

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