ADF International

Rede- und Meinungsfreiheit an der Universität erfolgreich verteidigt: Anschuldigungen gegen Hebammenstudentin fallengelassen

Zusammenfassung

  • Grund für monatelange Ermittlungen war die Verbindung zu einer Pro-Life-Gruppe
  • Redefreiheit an Universitäten muss für alle Studenten gewährleistet bleiben

NOTTINGHAM (18. Jänner 2020) – Das Engagement von Julia Rynkiewicz in einer Pro-Life-Gruppe war Anlass für Ermittlungen, wodurch die junge Hebammenstudentin gezwungen war, ihr Studium zu unterbrechen. Julia ist in ihrem Abschlussjahr als Hebammenstudentin an der Universität Nottingham und war vier Monate lang Ziel von Ermittlungen aufgrund ihres Engagements für die Gruppe „Nottingham Students for Life“. Mit Beginn der Ermittlungen musste Julia unverzüglich ihr Studium unterbrechen und das Ergebnis der Ermittlungen abwarten. Diese wurden schlussendlich von der zuständigen Ethikkommission eingestellt. Aufgrund der Unterbrechung konnte sie jedoch notwendige Studienerfolge nicht rechtzeitig erbringen, sodass sich ihr Studium verzögert hat. Rynkiewicz legt nun mit Unterstützung von ADF International Beschwerde ein und wird alle Möglichkeiten ausschöpfen.

„Gerade an der Universität sollten Studenten ihr Recht auf Meinungs- und Redefreiheit ausüben dürfen – und auch mit Meinungen konfrontiert werden, die sie nicht teilen. Weil sich Julia für eine Pro-Life-Gruppe engagiert hat, wird ihre Eignung als Hebamme infrage gestellt. Anfänglich hatte Julia keinen Einblick in die Anschuldigungen gegen sie, diese wurden erst später teilweise freigegeben, um letztendlich abgeändert zu werden, bevor Julia überhaupt die Möglichkeit hatte, sich dagegen zu wehren. Universitäten sollten die Meinungsvielfalt unter Studenten fördern. Julias Behandlung ist ein Sinnbild für die besorgniserregende Entwicklung der Redefreiheit an Universitäten“, sagt Laurence Wilkinson, Rechtsberater von ADF International in London.

Rynkiewicz leitete die Gruppe “Notthingham Students for Life“, eine Pro-Life-Gruppe, deren Auftritt an der Universität anfänglich durch die Hochschulvertretung der Universität Nottingham verhindert wurde. Die Angriffe gegen Julias Eignung beruhten auf Broschüren, die die Gruppe am Informationsstand für Erstsemestrige bereitstellte, sowie auf Julias öffentlichem Auftreten für die Gruppe. In Anbetracht der fallengelassenen Anschuldigungen wirft sie den Verantwortlichen vor, sie unberechtigterweise aufgrund ihrer Überzeugungen unter Beschuss genommen zu haben und bringt wesentliche Mängel im Untersuchungsverfahren gegen sie vor.

„Auch wenn die Anschuldigungen fallen gelassen wurden – die Untersuchungen haben Julias Studienabschluss um ein Jahr verzögert. Doch obwohl sie dieses ganze Jahr verloren hat, bleibt sie fest entschlossen, ihre Ausbildung abzuschließen, um Frauen dabei zu helfen, neues Leben in die Welt zu bringen. Julia möchte sich auch weiter einsetzen, damit in Zukunft nie wieder ein Student mit einem so ungerechtfertigten Verfahren ohne jede stichhaltige Begründung konfrontiert werden. Nur weil andere Studenten oder Mitarbeiter ihre Meinung nicht teilen, muss sich ein Student einem Verfahren vor einer Ethikkommission stellen – das kann nicht akzeptiert werden und widerspricht den Zielen einer Universität“, ergänzt Wilkinson.

 

Meinungs- und Redefreiheit an Universitäten in Großbritannien

Immer mehr Pro-Life-Gruppen werden an Universitäten in ganz Großbritannien gegründet. Ursprünglich hinderte die Hochschulvertretung der Universität Nottingham die Gruppe „Nottingham Students for Life“ daran, sich an der Universität zu präsentieren, weil deren Ansichten nicht mit denen der Hochschulvertretung übereinstimmen würden. Erst als rechtliche Schritte in den Raum gestellt wurden, wurde die Entscheidung abgeändert und „Nottingham Students for Life“ zugelassen. Pro-Life-Gruppen an den Universitäten von Glasgow, Strathclyde und Aberdeen mussten ähnliche Abweisungen über sich ergehen lassen. Erst als Bedenken hinsichtlich der Meinungs- und Redefreiheit geäußert wurden, konnte die Aufnahme der Organisationen an den jeweiligen Universitäten ermöglicht werdem.

Das Komitee für Menschenrechte des Britischen Parlaments hat bereits 2018 einen Bericht über Meinungs- und Redefreiheit an Universitäten veröffentlicht. Darin wurde kritisiert, dass an britischen Universitäten „unbeliebte“ Meinungen unterdrückt werden, indem entsprechende Organisationen nicht am Campus auftreten dürfen. Der Vorstand des Komitees für Gleichheit und Menschenrechte, David Isaacs, fordert Universitäten dazu auf, Debatten und Meinungsäußerungen zu fördern und etwa Pro-Life-Gruppen nicht an ihrer Tätigkeit zu hindern, nur weil andere Studenten andere Meinungen vertreten.

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