ADF International

Sri Lanka: Angst vor neuen Anschlägen

Zusammenfassung

  • Kirchen in Sri Lanka in Vorbereitung auf Weihnachten in Alarmbereitschaft
  • Erstes Weihnachtsfest für Christen, die sich von Osteranschlägen erholen

WIEN (19. Dezember 2019) – In Sri Lanka bereitet sich die christliche Minderheit auf das Weihnachtsfest vor. Doch die Terrorangriffe von Ostern sitzen noch tief. Viele fürchten sich vor weiteren Attacken zu Weihnachten. 

„Kirchen in Sri Lanka feiern Weihnachten auf sehr einfache Art und Weise. Die Polizei rät zu zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen, da es in dieser festlichen Jahreszeit neue Angriffe geben könnte. Sie haben christliche Organisationen und Kirchen gebeten, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Trotzdem werden alle Kirchen das Weihnachtsfest gebührend feiern“, so Godfrey Yogarajah, stellvertretender Generalsekretär der National Christian Evangelical Alliance in Sri Lanka und Partner  von ADF International vor Ort. 

„Es gibt viele Opfer der Angriffe zu Ostern die sich immer noch Operationen und anderen medizinischen Behandlungen unterziehen müssen. Für Familien, die ihre Kinder und andere geliebte Menschen verloren haben, ist es das erste Weihnachtsfest ohne sie. Es ist eine traurige Erinnerung, wenn sie dieses Jahr zum Gottesdienst gehen, besonders in Kirchen, in denen es so viele Tote und Verletzte gab. Wir werden der Opfer gedenken und ihre Familien in unsere Gebete einschließen. Das Trauma und die Trauer derer, die ihre Familien verloren haben, werden noch andauern. Heilung ist ein langer Prozess. Psychotherapeutische Unterstützung ist notwendig. Wir beten, dass Gott ihnen in dieser Situation besonders beisteht.“ 

Wiederherstellung Sri Lankas nach Angriffen an Ostern 

Am Ostersonntag 2019 wurden in Sri Lanka in einer Reihe von Bombenanschlägen Kirchen und Hotels angegriffen. Die Angriffe richteten sich gegen christliche Gemeinschaften, die den wichtigsten Tag im christlichen Kalender feierten. Rund 290 Menschen wurden getötet und mehr als 500 verletzt. 

„Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden. In vielen Teilen Südasiens sehen wir eine wachsende Bedrohung der Religionsfreiheit, obwohl sie in den Verfassungen vieler Länder gesichert ist. In Ländern wie Pakistan, Nepal, Sri Lanka oder Indien wird extreme soziale Feindseligkeit und Gewalt gegen Minderheiten geduldet. Behörden verfolgen die Täter nur selten strafrechtlich. Die Angriffe in Sri Lanka zu Ostern waren ein verheerendes Zeichen dafür, dass Christen besonderen Schutz und Unterstützung verdienen. Sie sollen ihren Glauben frei und sicher ausüben können, ohne um ihr Leben fürchten zu müssen. Die internationale Gemeinschaft könnte eine entscheidende Rolle beim Schutz von Minderheiten spielen, indem sie die Religionsfreiheit zu einer diplomatischen Priorität erklärt“, so Tehmina Arora, Director of Advocacy, Asien für ADF International. 

Aktuelle Berichte verschiedener Regierungen sprechen von einer Zunahme der weltweiten Verfolgung religiöser Minderheiten und insbesondere der Christen in Südasien. Einer kürzlich durchgeführten Studie des Pew Research Centers zufolge kam es in mehr als zwei Dritteln aller Länder zu Verfolgung oder Diskriminierung von Christen. Ein im Juli veröffentlichter Bericht im Auftrag des britischen Auswärtigen Amtes beschreibt die Verfolgung von Christen weltweit. Darin heißt es, dass Christen die am meisten verfolgte religiöse Gruppe der Welt sind. 

Auszeichnung für religiöse Freiheitsinitiative 

Vor kurzem wurde die Nationale Christliche Evangelische Allianz Sri Lankas mit dem Interkulturellen Innovationspreis ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird von der UN Alliance of Civilizations zusammen mit der BMW Group vergeben und prämiert Basisinitiativen zur Förderung des interkulturellen Dialogs. Das ausgezeichnete Projekt, MinorMatters, ist eine nationale Initiative zur Förderung der Religionsfreiheit in Sri Lanka. Das Projekt wurde aus über 1.200 Einreichungen aus 128 Ländern ausgewählt.

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