Bedroht, zensiert und zweimal wegen öffentlicher Predigten verhaftet
Der christliche Pastor Dia Moodley wurde im Vereinigten Königreich wiederholt zensiert und von der Polizei schikaniert, weil er seinen Glauben im öffentlichen Raum verkündete.
Anfang 2024 gewann der vierfache Vater eine Klage gegen die Polizei in Bristol, nachdem diese ihm untersagt hatte, öffentlich über seinen christlichen Glauben zu sprechen und ihn mit anderen religiösen Überzeugungen zu vergleichen.
Noch im selben Jahr wurde Pastor Moodley von der Polizei Avon and Somerset festgenommen und 13 Stunden lang in einer Zelle festgehalten, nachdem er von einem Passanten angegriffen worden war; Anlass der Festnahme war, dass er auf eine Frage hin das Christentum mit dem Islam verglichen hatte.
Im März 2025 drohte man dem Pastor erneut wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ mit der Festnahme, nachdem er von muslimischen Männern angegriffen worden war, die Einwände gegen seine Predigt hatten.
Zuletzt wurde Pastor Moodley im November 2025 festgenommen und wegen seiner friedlichen Straßenpredigt acht Stunden lang in einer Polizeizelle festgehalten.
Er wurde gemäß dem Public Order Act 1986 wegen des Verdachts auf eine „religiös erschwerte Straftat gegen die öffentliche Ordnung“ sowie auf „Aufstachelung zu religiösem Hass“ festgenommen, nachdem er während einer Predigt Äußerungen zur Transgender-Ideologie und zum Islam gemacht hatte.
Im Januar erschien die Polizei an Pastor Moodleys Wohnsitz und befragte ihn erneut. Die strafrechtlichen Ermittlungen dauern weiter an. ADF International unterstützt den Pastor rechtlich; er erwägt seinerseits, wegen einer Verletzung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung rechtliche Schritte gegen die Polizei einzuleiten.
„Es ist nicht Sache des Staates zu entscheiden, welche Religionen und Ideologien in der Öffentlichkeit nicht kritisiert oder besprochen werden dürfen. Wenn ich predige, bin ich bestrebt, in Liebe, Gnade und Wahrheit von der frohen Botschaft des Christentums zu sprechen – doch das bedeutet nicht, dass ich nicht etwas sagen werde, womit andere vielleicht nicht einverstanden sind. Es liegt im Wesen einer freien und demokratischen Gesellschaft, dass wir öffentlich über unsere Überzeugungen sprechen können.“
– Pastor Dia Moodley
Zusammenfassung des Falls
Pastor Moodley betreibt seit 2019 gelegentlich Straßenmission in Großbritannien. Der in Bristol ansässige Pastor hatte sich zunächst auf Anraten der dortigen Wohltätigkeitsorganisation „Stand Against Racism and Inequality“ an die Polizei von Avon und Somerset gewandt, nachdem er Opfer mehrerer rassistischer Übergriffe geworden war. Die Beamten begannen, regelmäßig an Pastor Moodleys öffentlichen Predigten teilzunehmen, um sowohl den Pastor als auch seine Gemeinde zu schützen.
Im Oktober 2021 vereinbarte Pastor Moodley ein Treffen mit der örtlichen Polizei, um die gute Arbeitsbeziehung aufrechtzuerhalten. Bei diesem Treffen wurde ihm jedoch eine Verwarnung vorgelegt, deren Unterzeichnung er verweigerte. Die Verwarnung untersagte Pastor Moodley unter anderem, „Kommentare zu anderen Religionen abzugeben oder diese mit dem Christentum zu vergleichen“ sowie „Kommentare zu den Überzeugungen von Atheisten oder Anhängern der Evolutionstheorie abzugeben“.
Die Verwarnung verbot nicht nur die Kritik an anderen Religionen (abgesehen vom Christentum), sondern schränkte auch Pastor Moodleys Recht auf freie Meinungsäußerung ein, indem sie ihm untersagte, „eine Predigt oder eine religiöse Ansprache zu einem Zeitpunkt oder an einem Ort zu halten, der nicht zuvor von der Polizei von Avon & Somerset genehmigt worden war“.
Doppelmoral bei der britischen Polizei
„Der Fall Dia Moodley zeigt die klare Doppelmoral der britischen Polizei, wenn es um die Äußerung grundlegender Glaubensüberzeugungen geht – insbesondere christlicher Überzeugungen. Die Behörden in Bristol verlangten, Moodleys Predigten vorab zu prüfen und untersagt en ihm, über andere Religionen (einschließlich des Atheismus) zu sprechen. Damit griffen sie massiv in seine Religions- und Meinungsfreiheit ein und versuchten zugleich, etablierte britische Werte nach ihren eigenen Vorstellungen umzudeuten“, sagte Jeremiah Igunnubole, Rechtsanwalt bei ADF International.
Mit Unterstützung von ADF International und der Free Speech Union ging Pastor Moodley erfolgreich gegen den Chief Constable der Polizei von Avon and Somerset vor. Er machte geltend, aus religiösen Gründen diskriminiert worden zu sein und in seinen Rechten aus der Europäischen Menschenrechtskonvention verletzt worden zu sein – insbesondere in seinem Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, auf freie Meinungsäußerung sowie auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Im Februar 2024 räumte die Polizei von Avon and Somerset schließlich ein, dass die gegen ihn verhängten Beschränkungen seiner Meinungsfreiheit unverhältnismäßig waren.
Misshandelt und verhaftet
Pastor Moodleys Schwierigkeiten waren damit aber noch lange nicht zu Ende. Im März 2024 wurde er erneut verhaftet, nachdem er sich in seinen Straßenpredigten vor der Universität Bristol zum Islam äußerte und bekräftigte, dass das Geschlecht binär sei.
Auf die Frage eines muslimischen Mannes hin erklärte Pastor Moodley, dass sich die moralischen Maßstäbe Gottes im Christentum und im Islam unterscheiden. Zudem sagt er, Gott habe den Menschen als Mann und Frau geschaffen; diese Wahrheit dürfe nicht geleugnet werden.
Später stieß ihn eine unbekannte Person von seiner kleinen Trittleiter, während eine andere ihm das Schild aus der Hand riss. Dabei erlitt er eine schwere Gewebeverletzung. Anschließend traten drei Personen auf seinem Schild herum und weigerten sich, es ihm auf seine Bitte hin zurückzugeben.
Kurz nach dem Vorfall traf die Polizei ein. Obwohl Pastor Moodley selbst Opfer eines Übergriffs und einer Sachbeschädigung geworden war, wurde er wegen der von ihm geäußerten Ansichten festgenommen.
Die Polizei von Avon and Somerset nahm Pastor Moodley wegen des Verdachts einer „rassistisch oder religiös erschwerten Straftat gegen die öffentliche Ordnung“ fest – konkret wegen harassment, alarm or distress nach Section 5 des Public Order Act 1986 in Verbindung mit Section 31(1)(c) des Crime and Disorder Act 1998.
Pastor Moodleys vier Schilder, von denen eines einen Bibeltext enthielt, wurden auf Anweisung der Polizei ebenfalls zerstört.
Entschuldigung der Polizei
Die Ermittlungen gegen Pastor Moodley wurden eingestellt, nachdem er mit Unterstützung von ADF International rechtliche Schritte gegenüber der Polizei eingeleitet hatte.
Als Geste der Wiedergutmachung entschuldigte sich die Polizei von Avon and Somerset bei Pastor Moodley für die Zerstörung seiner Schilder. Diese Entschuldigung bekräftigte sie, nachdem er, ebenfalls mit Unterstützung von ADF International, eine Beschwerde eingereicht hatte.
Trotzdem hat die Polizei Pastor Moodleys formellen Antrag auf Entschädigung für die zerstörten Schilder bislang nicht bestätigt.
Erneut wegen friedlicher Predigt ins Visier genommen
Im März 2025 hielt Pastor Moodley im Stadtzentrum von Bristol eine Straßenpredigt, bei der er – einen Koran in der Hand – über die Unterschiede zwischen Christentum und Islam sprach.
Eine Menschenmenge versammelte sich, und eine Reihe muslimischer Männer nahm Anstoß an Pastor Moodleys Predigt; ein Mann drohte, ihn zu erstechen, und ein anderer versuchte, seine Frau zu schlagen.
Muslimische Umstehende stießen den Pastor von seiner Leiter, drückten ihn zu Boden und versuchten, ihm seinen Koran wegzunehmen, wobei sie behaupteten, es sei ihr Buch, nicht seines.
Daraufhin teilten Polizeibeamte Pastor Moodley bei zwei Gelegenheiten mit, dass er wegen Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen werde – obwohl er selbst Opfer einer Straftat geworden war.
Am Tag des Vorfalls wurden die Personalien der muslimischen Männer, die Pastor Moodley angegriffen hatten, nicht aufgenommen.
Später traf ein ranghöherer Polizeibeamter ein und erklärte Pastor Moodley – entgegen den vorherigen Aussagen anderer Beamter –, dass er nicht festgenommen werde.
Gegen die Personen, die den Pastor angegriffen hatten, erhob die Polizei keine Anklage.
Die Polizei weigerte sich zunächst sogar, gegen den Mann zu ermitteln, der gedroht hatte, Pastor Moodley zu erstechen. Diese Entscheidung wurde erst aufgehoben, nachdem Pastor Moodley im Rahmen des „Victims’ Right to Review“-Verfahrens Einspruch eingelegt hatte.
Gegen die übrigen Personen, die den Pastor angegriffen haben, verweigert die Polizei weiterhin Ermittlungen, obwohl der Vorfall sogar auf Video festgehalten wurde. Die Beteiligten sollen Pastor Moodley zu Boden gedrückt und versucht haben, ihm seinen Koran zu entreißen.
Pastor Moodley erklärte:
„Es ist schockierend, dass die Polizei zunächst behauptet hat, ich hätte den öffentlichen Frieden gestört. Das zeigt, dass eine selektive Polizeipraxis, die sich gegen die freie Meinungsäußerung von Christen richtet, im heutigen Großbritannien Realität ist.
Mein Fall ist ein Beweis für die schwere Krise der Meinungsfreiheit im Vereinigten Königreich, die zunehmend Schlagzeilen macht und inzwischen sogar in den Vereinigten Staaten Besorgnis ausgelöst hat.“
Erneute Festnahme wegen friedlicher Straßenpredigt
Am 22. November 2025 hielt Pastor Moodley im Stadtzentrum von Bristol eine Straßenpredigt zu zwei Themen: der Realität der binären Geschlechterordnung und der Irrlehre der Transgender-Ideologie sowie der Theologie des Christentums im Vergleich zu anderen Religionen, einschließlich des Islam.
An diesem Tag führte Pastor Moodley ein respektvolles Gespräch über den Islam mit drei jungen muslimischen Frauen.
Später erhob ein Paar Einwände gegen Pastor Moodleys Ansichten zur Transgender-Ideologie.
Die Frau rief die Polizei. Daraufhin trafen zwei Beamte ein, die sich jedoch ausschließlich auf die Aussagen von Umstehenden stützten, die Einwände gegen die Predigt des Pastors erhoben hatten.
Die Polizei weigerte sich, mit dem Pastor und den Mitgliedern seiner Gemeinde zu sprechen und sich deren Seite des Geschehens anzuhören.
Anschließend nahm die Polizei Pastor Moodley fest – wegen des Verdachts der „Aufstachelung zu religiösem Hass“ sowie einer „religiös erschwerten Straftat gegen die öffentliche Ordnung“ nach dem Public Order Act 1986. Der Anlass war, dass er seine christlichen Ansichten friedlich und öffentlich geäußert hatte.
Pastor Moodley wurde acht Stunden lang in einer Zelle festgehalten, bevor er freigelassen wurde.
Die Pastor Moodley ursprünglich auferlegten Kautionsauflagen untersagten ihm bis zum 30. Dezember den Zutritt zum Stadtzentrum. Erst am 17. Dezember wurden sie nach Eingaben bei der Polizei aufgehoben.
Diese Auflagen hinderten ihn größtenteils daran, im Dezember im belebtesten Teil der Stadt zu predigen. Zudem war es ihm nicht erlaubt, wichtigen seelsorgerischen Angelegenheiten nachzugehen.