Pressemitteilung

Christliche Lehrerin wegen „Pro-Life“-Haltung entlassen

SUNDERLAND (16. OKTOBER 2026) – Eine christliche Lehrerin aus Sunderland, die entlassen wurde, nachdem sie als Antwort auf eine Schülerfrage ihre Pro-Life-Überzeugung bekundet hatte, geht nun mit Unterstützung von Alliance Defending Freedom wegen Diskriminierung gegen ihren früheren Arbeitgeber vor.

Die 63-jährige Anita Meston unterrichtete gerade eine Geschichtsstunde in der 8. Klasse an der Biddick Academy in Washington (Sunderland), als ein Schüler das Thema spontan aufbrachte.

Der Schüler fragte, ob sie „für Abtreibung“ sei, woraufhin sie antwortete, sie sei „für das Leben“. Auch in einer anderen Unterrichtsstunde fragten Schüler sie nach ihren politischen Ansichten. Sie antwortete kurz und führte die Klasse anschließend wieder zum eigentlichen Unterrichtsthema zurück.

Am folgenden Tag wurde Meston zu einem Gespräch mit dem Schulleiter gebeten. Dieser teilte ihr mit, es sei eine Beschwerde über ihren Unterricht eingegangen, und fragte sie, was vorgefallen sei. Am Ende des Gesprächs erklärte er ihr, dass sie im Unterricht keine persönlichen Ansichten äußern dürfe– obwohl sie die Fragen lediglich kurz und ehrlich beantwortet hatte – und dass ihr Vertrag beendet werde.

„Ich glaube nicht, dass es die Aufgabe einer Lehrkraft ist, im Unterricht Überzeugungen aufzuzwingen, die nichts mit dem Unterrichtsstoff zu tun haben. Ich habe lediglich die Fragen meiner Schüler zur Kenntnis genommen und wahrheitsgemäße Antworten gegeben, bevor ich sie wieder zum aktuellen Unterrichtsthema zurückgeführt habe. Was mir widerfahren ist, ist nichts anderes als Zensur. Dieser Präzedenzfall darf nicht so stehenbleiben.“

— Anita Meston

Meston hatte zuvor sechs Monate in Vollzeit als Vertretungslehrerin an der Biddick Academy gearbeitet. Ihr Vertrag war erst in der Woche davor verlängert worden. Die Verhandlung ist für den 2. bis 4. Februar 2028 am Newcastle Civil & Family Courts and Tribunals Centre (Zivil- und Familiengerichtszentrum) terminiert.

Anhaltende Zensur von Pro-Life-Überzeugungen

Der britische Gleichstellungsgesetz (Equality Act) verbietet die Diskriminierung anderer aufgrund eines „geschützten Merkmals“ (protected characteristic), wozu auch „Religion oder Weltanschauung“ gehört. Pro-Life-Überzeugungen fallen unter diese Kategorie, da sie tief verwurzelte Überzeugungen von Christen über das Wesen und den Wert des menschlichen Lebens darstellen.

Dennoch sind Menschen mit Pro-Life-Überzeugungen im Vereinigten Königreich weiterhin Diskriminierung ausgesetzt. Im Jahr 2024 leiteten schottische Gesundheitsbehörden Ermittlungen gegen die Hebammenschülerin Sara Spencer ein und suspendierten sie, nachdem eine Beschwerde in einer privaten Facebook-Gruppe eingegangen war. Ein Jahr später wurde eine Lehrerin in Angus ebenfalls entlassen, weil sie in Beantwortung einer Schülerfrage Pro-Life-Überzeugungen geäußert hatte.

„Wenn Lehrer allein wegen Ansichten entlassen werden, mit denen Schüler oder Mitarbeiter nicht einverstanden sind, wird die nächste Generation lernen, dass es akzeptabel ist, Meinungen zu zensieren, die ihnen nicht gefallen. Das verheißt nichts Gutes für die Zukunft der Grundfreiheiten in unserer Gesellschaft.“

— Jeremiah Igunnubole, Rechtsanwalt und Rechtsberater bei Alliance Defending Freedom in London

Der Fall von Anita Meston weckt weitere Bedenken hinsichtlich der Verschlechterung der Meinungsfreiheit im Vereinigten Königreich, wo Pro-Life-Ansichten, christliche und konservative Standpunkte zunehmender Zensur ausgesetzt sind.

Landesweit unterstützt Alliance Defending Freedom mehrere Personen, die aufgrund von Zensur- bzw. „Pufferzonen“-Gesetzen festgenommen wurden, mit denen stilles Beten und das Anbieten einvernehmlicher Gespräche unter Strafe gestellt wurden.