Christlicher Vater von pakistanischer „Blasphemy Business Group" ins Visier genommen – ihm droht die Todesstrafe
ISLAMABAD (10. März) – Ein pakistanischer christlicher Vater, der nach den drakonischen Blasphemie-Gesetzen des Landes angeklagt ist, muss mit einem möglichen Todesurteil rechnen. Das Gerichtsverfahren gegen den Christen Ishtiaq Saleem hat eine entscheidende Phase erreicht. ADF International unterstützt Saleems Verteidigung durch Partneranwälte vor Ort in Pakistan.
Der 34-jährige Saleem, ein christlicher Arbeiter in der Stadtreinigung aus Islamabad, wurde im November 2022 festgenommen, nachdem ihm vorgeworfen worden war, angeblich blasphemisches Material in den sozialen Medien heruntergeladen zu haben – eine Anschuldigung, die er zurückweist.
„Ishtiaq hat nichts Unrechtes getan und hat einfach sein Leben als Christ in Pakistan gelebt, als er verhaftet wurde. Er sitzt nun seit drei Jahren hinter Gittern, getrennt von seiner Familie. Niemand sollte aufgrund erfundener Blasphemie-Vorwürfe mit dem Tod oder mit jahrelanger Haft rechnen müssen.“
Tehmina Arora, Direktorin der Rechtsabteilung in Asien bei ADF International
Falsche Blasphemie-Vorwürfe als Geschäftsmodell
Der Fall hat Aufmerksamkeit erregt, da er die sogenannte „Blasphemy Business Group“ betrifft. Ein organisiertes Netzwerk, dem vorgeworfen wird, Blasphemie-Vorwürfe zu erfinden, um Personen gezielt zu belasten und anschließend zu erpressen. Laut einem Bericht der pakistanischen Nationalen Menschenrechtskommission wurden mehr als 450 Menschen auf diese Weise ins Visier genommen.
„Der Missbrauch von Blasphemie-Vorwürfen durch organisierte Gruppen untergräbt die Rechtsstaatlichkeit und setzt Christen und andere schutzbedürftige Gemeinschaften großen Gefahren aus“, fuhr Arora fort.