Nepal: Klinik soll Mädchen zur Eizellenspende gezwungen haben
KATHMANDU (27. März) – Berichten zufolge wurden junge Mädchen in Nepal zur Eizellenentnahme gezwungen. Ihre Eizellen wurden für die Verwendung in Fertilitätsbehandlungen entnommen, was ernsthafte menschenrechtliche Bedenken aufwirft. Im August wurde im Fall zweier Mädchen ein Antrag beim Obersten Gerichtshof Nepals erhoben; die abschließende Anhörung fand am 30. März statt.
Die Antragstellerinnen haben mit rechtlicher Unterstützung von ADF International das Gericht aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um schutzbedürftige Minderjährige vor reproduktionsbezogener Ausbeutung zu bewahren.
In dem Antrag, der derzeit vor dem Obersten Gericht Nepals anhängig ist, wird ausgeführt, dass die beiden 17-jährigen Minderjährigen der elterlichen Aufsicht entzogen, invasiven körperlichen Eingriffen in ihr Fortpflanzungssystem unterzogen, der Nahrungsaufnahme beraubt, narkotisiert und erheblichen kurz- und langfristigen Gesundheitsrisiken ausgesetzt wurden, ohne dass die Mädchen begriffen, was mit ihren Körpern geschah oder aus welchem Grund.
Die Mädchen wurden über einen Zeitraum von etwa zehn aufeinanderfolgenden Tagen in die Privatklinik „Hope and Fertility Diagnostic“ in Kathmandu gebracht.
„Was diesen nepalesischen Mädchen widerfahren ist, offenbart die Schattenseiten der Fertilitätsindustrie, insbesondere in den Entwicklungsländern. Die Ausbeutung von Minderjährigen durch invasive Verfahren zur Eizellenentnahme ist zutiefst beunruhigend. Die Mädchen konnten nicht wirksam einwilligen“, sagte Tehmina Arora, Direktorin der Rechtsabteilung in Asien bei ADF International.
„Der Oberste Gerichtshof hat nun die entscheidende Gelegenheit, das Ausmaß dieser Missbräuche anzuerkennen und sicherzustellen, dass Nepal einen klaren und strengen Rechtsrahmen schafft, um reproduktive Eingriffe unter Zwang zu verbieten.“