Abgeschlossen Nationales Gericht

Nada & Hamouda

Religionsfreiheit
Mandant Nada & Hamouda
Land Suda
Anwaltsteam

Gerechtigkeit für verfolgte Christen

Nada und Hamouda*, Eltern dreier Kinder, sind beide nach ihrer muslimischen Ehe zum Christentum konvertiert. Dafür wurden sie im Sudan wegen angeblichen Ehebruchs strafrechtlich verfolgt. Das Ehepaar wäre bei einer Verurteilung 100 Peitschenhieben und möglicher Zwangsausweisung ausgesetzt. Bei einem Freispruch wäre das Paar hingegen von Ehrenmorden durch ihre Familie bedroht.

ADF International hat sich daher unentwegt für dafür eingesetzt, sie vor dem Ende des Prozesses außer Landes zu bringen.

„Jeder sollte frei sein, seinen Glauben zu wählen und zu leben, ohne rechtliche Sanktionen in seinem Privatleben befürchten zu müssen. Sowohl das internationale als auch das sudanesische Recht bestätigen, dass Nada und Hamouda ihren Glauben frei wählen und ausleben dürfen. Dennoch sind christliche Konvertiten im Sudan weiterhin schwerwiegender Verfolgung und Anfeindungen seitens der Regierung und der Gesellschaft ausgesetzt.“

– Kelsey Zorzi, Leiterin der Rechtsabteilung für weltweite Religionsfreiheit bei ADF International

Zusammenfassung des Falls

Nada (Ehefrau) und Hamouda (Ehemann) heiraten als Muslime im Bundesstaat Gezirah, im Sudan. Zwei Jahre nach ihrer Hochzeit bekehrt sich Hamouda zum Christentum. Als Nadas Familie das mitbekommt, setzen sie Nada unter Druck. Sie soll Hamouda verlassen und mit den zwei gemeinsamen Kindern zu ihrer Familie zurückkehren. Nadas Bruder fordert, dass das Scharia-Gericht die Ehe von Nada und Hamouda für ungültig erklärt.

2020, zwei Jahre nach Hamoudas Bekehrung, wird die Apostasie, die Abwendung vom Islam, im Sudan offiziell entkriminalisiert. Nur ein Jahr später bekehrt sich auch Nada zum Christentum und zieht mit den Kindern zurück zu Hamouda. Sie leben wieder als Familie zusammen, nun aber als christlich verheiratetes Ehepaar.

Daraufhin macht Nadas Bruder die Behörden auf das angeblich außereheliche Zusammenleben von Nada und Hamouda aufmerksam und weist darauf hin, dass die Ehe nach Hamoudas Bekehrung vom Schariagericht aufgelöst wurde. Obwohl die Ehe von den Schariagerichten nicht mehr anerkannt wird, klagt die Staatsanwaltschaft Nada und Hamouda wegen Ehebruchs an. Die mögliche Strafe für Ehebruch beträgt für jeden 100 Peitschenhiebe und für Hamouda zudem ein Jahr Zwangsumsiedlung von seiner Familie.

Das Ehepaar wird verhaftet und vorübergehend in Gewahrsam genommen. Dank der Unterstützung eines christlichen Freundes findet das Paar zwei Anwälte, beide Partneranwälte von ADF International. Ab Beginn des Jahres 2022 engagiert sich ADF International an der Seite der Anwälte für die Freilassung und den Freispruch von Nada und Hamouda.

Während der Verhandlungen vor Gericht wird deutlich, dass Nada und Hamouda in Todesgefahr schweben – unabhängig vom Ausgang des Prozesses. So hat Nadas Bruder öffentlich geschworen, beide umzubringen, sollten sie freigesprochen werden. ADF International beginnt die Flucht der Familie zu planen.

Im November 2022 wird die gesamte Familie aus dem Sudan geholt und reist sicher in ein nahegelegenes Land aus (aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben). Unterdessen fügt die sudanesische Staatsanwaltschaft der Anklage die Apostasie hinzu – obwohl diese seit 2020 nicht mehr strafbar ist.

Im Januar 2023 kommen Nada und Hamouda mit ihren Kindern in den USA an. Sie werden von einer Gastfamilie in Empfang genommen, die sie einige Zeit unterbringen und begleiten wird. Im März desselben Jahres weist das Gericht die Apostasie-Anklagen gegen Nada und Hamouda zurück.

„Wir sind überglücklich, dass Nada und Hamouda mit ihren Kindern nun ihren Glauben ohne Todesangst ausüben können. Nachdem sie im Sudan einer lebensbedrohlichen Situation ausgesetzt waren, freuen sie sich darauf Weihnachten gemeinsam mit ihrer neuen Kirchenfamilie in ihrem neuen Zuhause feiern zu können“, sagte Kelsey Zorzi, Direktorin der Rechtsabteilung für weltweite Religionsfreiheit bei ADF International.

Anfang 2024 zieht die Familie in ihr eigenes Heim. Nada und Hamouda sind in einer christlichen sudanesischen Gemeinde integriert und haben eine Patenfamilie, die ihnen hilft, sich in ihrem neuen Umfeld einzuleben.

„Sowohl das internationale als auch das sudanesische Recht bestätigen, dass Nada und Hamouda ihren Glauben frei wählen und ausleben dürfen. Dennoch sind christliche Konvertiten im Sudan weiterhin schwerwiegender Verfolgung und Anfeindungen seitens der Regierung und der Gesellschaft ausgesetzt. ADF International setzt sich dafür ein, verfolgten Christen den bestmöglichen Rechtsschutz zu bieten. Wir werden uns weiterhin für Gerechtigkeit für Menschen wie Nada und Hamouda einsetzen, die zu Unrecht aufgrund ihres Glaubens bestraft werden”, so Zorzi weiter.

Der Fall von Nada und Hamouda kann eine rechtliche Schlüsselrolle einnehmen für die Religionsfreiheit der Menschen im Sudan. Doch das geschieht nur mit öffentlichem Druck. Deswegen muss die Welt wieder mehr auf den Sudan schauen.

Nur 4,4 % der 44,6 Millionen Einwohner des Sudan sind Christen. Nach Angaben von OpenDoors sind christliche Frauen und Mädchen im Sudan, insbesondere Konvertitinnen, aufgrund ihres Glaubens von Vergewaltigung, Zwangsheirat und häuslicher Gewalt bedroht. Konvertiten wird auch das Erbe verweigert und wenn sie bereits verheiratet sind, werden sie gezwungenermaßen von ihren Ehepartnern geschieden.

*aus Sicherheitsgründen wird nur der Vorname veröffentlicht

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