Press Release

Als Muslimin registriert: Irakische Christin siegt vor Gericht 

BAGDAD, IRAK (1. September 2026) — Die junge irakische Christin Maryam (Name aus Sicherheitsgründen geändert) darf laut Gerichtsentscheid ihre Religionszugehörigkeit in der offiziellen staatlichen Datenbank korrigieren lassen. Bislang war sie nach irakischem Recht automatisch als Muslimin registriert, nachdem ihre christliche Mutter einen muslimischen Mann geheiratet hatte.  

Mit ihrer Volljährigkeit hatte Maryam im Januar 2025 Klage eingereicht, um sich offiziell als Christin ausweisen zu können. Nachdem sie bereits im Mai 2026 in erster Instanz Recht bekommen hatte, bestätigte nun das irakische Kassationsgericht – die höchste Berufungsinstanz des Landes – das Urteil. 

„In Ländern, in denen die Religionszugehörigkeit rechtliche Konsequenzen , etwa für Ehe, Erbangelegenheiten oder Bildung, hat, müssen Menschen auch das Recht haben, selbst zu bestimmen, welche Religion offiziell registriert wird.“ 

Kelsey Zorzi, Direktorin für weltweite Religionsfreiheit 

Staatlich verordnete Religion: Eine weit verbreitete Einschränkung der Religionsfreiheit im Nahen Osten und in Asien 

Maryams Fall steht beispielhaft für ein Problem in vielen Staaten des Nahen Ostens, Südasiens und Südostasiens: staatlich zugewiesene Religionszugehörigkeit in offiziellen Datenbanken oder Ausweisdokumenten. Eine Änderung ist oft aufwendig oder geradezu unmöglich.  

Zudem nehmen Behörden entsprechende Eintragungen häufig ohne die Zustimmung betroffener Personen vor – sei es durch Verwaltungsfehler, die Übernahme der Religion der Eltern oder staatliche Zwangsmaßnahmen.

Das kann schwerwiegende Folgen im täglichen Leben haben: Im Irak, in Ägypten, Pakistan, Malaysia und Bangladesch etwa können falsche oder unfreiwillige Angaben dazu führen, dass Kinder nicht an ihrem eigentlichen Religionsunterricht teilnehmen können. Es können Hindernisse bei der Eheschließung oder Komplikationen bei einer Erbschaft auftreten. 

Weiterhin kommt es vor, dass Nicht-Muslime plötzlich der Zuständigkeit von Scharia-Gerichten unterliegen – mit teils dramatischen Konsequenzen.

Dass nun ein Gericht Maryams Recht auf freie Religionswahl gestärkt hat, sendet ein Signal an die vielen Betroffenen vergleichbarer Fälle in der Region.dditional context, legal background, or case history that supports the story.