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Finnlands Oberstes Gericht verurteilt Päivi Räsänen wegen „Hassrede“

Päivi Räsänen wurde gemeinsam mit dem lutherischen Bischof Juhana Pohjola strafrechtlich verurteilt, weil sie in einem Pamphlet von 2004 ihre Überzeugungen zu Ehe und Sexualethik für ihre Kirche veröffentlicht hatte. Gleichzeitig bestätigte der Oberster Gerichtshof Finnlands einstimmig ihren Freispruch im Fall ihres Bibel-Tweets von 2019. ADF International steht ihr zur Seite, und wir brauchen Ihre Unterstützung.

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Am 26. März 2026 fällte der Oberste Gerichtshof Finnlands im Fall der Abgeordneten Päivi Räsänen ein uneinheitliches Urteil. Nach fast sieben Jahren hat der finnische Oberste Gerichtshof in einer knappen 3 zu 2 Entscheidung die Parlamentarierin Päivi Räsänen in einem Anklagepunkt wegen „Hassrede“ schuldig gesprochen, der sich auf die Äußerung ihrer Überzeugungen zu Ehe und Sexualethik in einer zwanzig Jahre alten Kirchenbroschüre bezieht. Räsänen wurde gemeinsam mit dem lutherischen Bischof Juhana Pohjola strafrechtlich verurteilt, weil er das Pamphlet von 2004 für ihre Kirche veröffentlicht hatte. Gleichzeitig sprach der Oberste Gerichtshof Räsänen einstimmig von der Anklage bezüglich ihres Bibelvers-Tweets von 2019 frei.

Das ist jedoch noch nicht das Ende. Unser Einsatz für die Meinungsfreiheit in Europa und darüber hinaus geht weiter. Dieser Fall zeigt deutlich, warum es wichtiger denn je ist, sogenannten „Hassrede“-Gesetzen entschieden entgegenzutreten. Denn solche Gesetze bremsen die öffentliche Debatte und gefährden freie und demokratische Gesellschaften.

Wir bei ADF International sind außerordentlich stolz auf Päivi und Bischof Juhana – auf ihren Mut, ihre Integrität und ihre Standhaftigkeit. Sie sind nicht nur für sich selbst eingestanden, sondern für die Freiheit aller, ihre Meinung offen und ohne Angst zu äußern.

Der Fall Päivi Räsänen

Päivi Räsänen ist seit 1995 Mitglied des finnischen Parlaments. Von 2004-2015 war sie Vorsitzende der Christdemokraten und von 2011-2015 war sie Innenministerin. Sie ist Ärztin, Mutter von fünf Kindern und Großmutter von zwölf Enkelkindern. Außerdem ist sie aktives Mitglied der finnischen lutherischen Kirche.

Alles begann im Juni 2019 als Päivi Räsänen ein Bild auf X (vormals Twitter) postete und in dem Tweet die offizielle Unterstützung des LGBTQ Events ‚Pride 2019‘ durch die Evangelisch-Lutherischen Kirche hinterfragte. Dazu postete sie ein Bild mit Versen aus dem neutestamentlichen Römerbrief (Röm. 1, 24-27).

Für diesen Tweet wurde sie strafrechtlich verfolgt. Am 29. April 2021 erhob die Staatsanwaltschaft offiziell Anklage gegen Päivi Räsänen wegen dreifacher „Volksverhetzung gegen Minderheiten“. Der Straftatbestand der „Volksverhetzung gegen Minderheiten“ fällt in Finnland unter das Kapitel „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ im Strafgesetzbuch.

Die Polizei hatte zudem eine Broschüre untersucht, die sie 2004 für ihre Kirche verfasst hatte, mit dem Titel: „Als Mann und Frau schuf er sie“ – zum Thema Sexualität und Ehe.

Päivi Räsänen wurde der „Hassrede“ beschuldigt sie öffentlich ihre Meinung zu Ehe und menschlicher Sexualität geäußert hatte: in der Broschüre „Als Mann und Frau erschuf er sie“ aus dem Jahr 2004, in einer Radiosendung 2019, sowie in dem besagten Tweet im Juni 2019, der sich an die Kirchenleitung richtete.

Auch Bischof Juhana Pohjola, der Vorsitzende des Internationalen Lutherischen Rates wurde angeklagt wegen der Veröffentlichung der Broschüre aus dem Jahr 2004. 

Am 30. März 2022 sprach das Bezirksgericht beide einstimmig frei. Im August 2023 kam es zu einem Verfahren vor dem finnischen Berufungsgericht.

Das zweite Urteil bestätigt den einstimmigen Freispruch des Bezirksgerichts. Das Berufungsgericht stellte fest, dass es „auf der Grundlage der in der Hauptverhandlung vorgelegten Beweise keinen Grund hat, den Fall in irgendeiner Hinsicht anders zu beurteilen als das Bezirksgericht. Es gibt daher keinen Grund, das Urteils des Bezirksgerichts zu ändern.“

Doch der zermürbende Prozess war immer nicht abgeschlossen. Trotz zweier einstimmiger Freisprüche legte die Staatsanwaltschaft erneut Berufung ein. Wegen der Radiodebatte wurde der Oberste Gerichtshof jedoch nicht mehr angerufen, da die Staatsanwaltschaft diesen Punkt nicht weiterverfolgte; Räsänens bereits früher erfolgter Freispruch in diesem Punkt bleibt daher bestehen. Am 30. Oktober 2025 fand die mündliche Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof Finnlands statt.

Nach der Verkündung des Urteils des Obersten Gerichtshofs brachte Päivi ihre tiefe Enttäuschung zum Ausdruck. Sie erklärte, dass das Urteil ihr grundlegendes Menschenrecht auf Meinungsfreiheit nicht anerkannt hat, und zeigte sich zutiefst besorgt darüber, was dies für das Recht auf freie Meinungsäußerung jedes Menschen in Finnland und darüber hinaus bedeute.

Was steht auf dem Spiel?

Der Fall von Päivi Räsänen, verdeutlicht die Risiken, die durch die aktuellen Bestimmungen zu „Hassrede” in Finnland entstehen. Das finnische Gesetz gegen „Volksverhetzung gegen Minderheiten” hat eine strafrechtliche Verfolgung friedlicher Äußerungen und Überzeugungen ermöglicht.

Der Strafprozess gegen Päivi Räsänen macht deutlich, wie gefährlich zu weit gefasste „Hassrede“-Gesetze sind. Sie können Bürger jahrelangen Ermittlungen und Gerichtsverfahren aussetzen – nicht etwa, weil sie zu Hass oder Gewalt aufgerufen hätten, sondern weil sie ihre Überzeugungen friedlich geäußert haben. Doch alle friedlichen Meinungsäußerungen stehen unter dem Schutz des internationalen Menschenrechts auf freie Rede. Gesetze, die Hass oder Gewalt verhindern sollen, dürfen niemals als Waffe gegen unliebsame Überzeugungen missbraucht werden.

Die Tragweite dieses Falls reicht weit über Finnland hinaus. Nach europäischem Recht – insbesondere dem Gesetz über digitale Dienste (DSA) – kann die Rechtslage in einem Mitgliedstaat direkten Einfluss darauf haben, welche Online-Inhalte in der gesamten Europäischen Union zulässig sind.

Gleichzeitig arbeitet die Europäische Kommission daran, „Hassrede“ als Straftatbestand auf EU-Ebene zu verankern – und strebt damit an es auf eine Stufe mit Verbrechen wie Terrorismus und Menschenhandel. Sollte dieses Vorhaben umgesetzt werden, müssten sämtliche Mitgliedstaaten ihre Gesetze anpassen. Das würde den ohnehin enger werdenden Raum für freie Meinungsäußerung in Europa noch weiter einschränken – mit fatalen Folgen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

ADF International unterstützt Päivi und Bischof Pohjola weiterhin, während sie eine mögliche Berufung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte prüfen, um die Meinungsfreiheit jedes Einzelnen zu verteidigen. Doch dafür braucht es Menschen wie Sie Werden Sie sie dabei unterstützen?

Unterstützungsnachrichten aus der ganzen Welt

März 29, 2026

Thank you for your courage, we completely share your position!

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März 29, 2026

It is an honor to have you as a sister in Christ. May God bless you and may this little donation help you to be a witness for Christ. Wish I could help more emotionally or in other cases. Even though … Weiterlesen

It is an honor to have you as a sister in Christ. May God bless you and may this little donation help you to be a witness for Christ. Wish I could help more emotionally or in other cases. Even though it probably wouldn't change much I will write my local politician maybe (though unlikely) this will get more publicity.

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März 28, 2026

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März 27, 2026

Be strong. You are Not alone!

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März 26, 2026

Bitte bleiben Sie stark, ich habe die größte Hochachtung. Ich bete für Sie!

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November 17, 2025

Be strong, we will support you. God and Heaven is with you and all Christian Faith's. I pray for you.

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November 8, 2025

God Bless You. Thank You.

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November 7, 2025

Dear Päivi Räsänen, God blewss you. You are a great role model to us christians. Best regards J. Gogl

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November 7, 2025

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November 7, 2025

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November 7, 2025

We pray for you and hope that Jesus Christ will stand by you in all legal proceedings. May He bring the whole matter to a good conclusion, so that freedom of expression and freedom of religion … Weiterlesen

We pray for you and hope that Jesus Christ will stand by you in all legal proceedings. May He bring the whole matter to a good conclusion, so that freedom of expression and freedom of religion are preserved for us as Christians. Thank you very much for the fight you are waging here on our behalf.

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November 7, 2025

Dein Hilfe kommt von Gott und Er ist bei dir die ganze Zeit.

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Finnische Anwälte, die seit Jahren am Gericht sind, sagten, die Bibel sei während eines Prozesses noch nie auf so eine Art und Weise vorgelesen worden.

Paul Coleman

Geschäftsführer und zuständiger Anwalt für den Fall bei ADF International.

Erfahren Sie mehr über Päivi und diesen Fall

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