Social-Media-Kommentatorin verteidigt Meinungsfreiheit in Brasilien
- Wer: Nine Borges
- Wo: Brasilien
- Team: Julio Pohl
Thema | Meinungsfreiheit
Nine Borges, eine brasilianische Social-Media-Kommentatorin, die derzeit in Großbritannien lebt, sieht sich in Brasilien polizeilichen Ermittlungen wegen angeblich „transphober“ Äußerungen ausgesetzt. Auslöser war ein Video, in dem sie die Gender-Ideologie sowie den Einsatz staatlicher Mittel zur Finanzierung von LGBT- NGOs in Brasilien kritisierte.
Ein Urteil des Obersten Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2019 hat „Transphobie“ in Brasilien als Straftatbestand mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren eingeführt. Die brasilianischen Behörden haben eine strafrechtliche Untersuchung gegen Borges wegen angeblicher „Transphobie“ und „Verleumdung“ eingeleitet und empfehlen nun, den Fall zur formellen Strafverfolgung weiterzuleiten. ADF International unterstützt Borges bei der Verteidigung ihres Grundrechts auf freie Meinungsäußerung.
„Es geht bei diesem Fall nicht nur um mich. Es geht um die Meinungsfreiheit jedes Einzelnen in Brasilien. Eine solche Zensur bedroht uns alle, und wir müssen unser Recht verteidigen, unsere Meinung frei zu äußern, ohne Strafen befürchten zu müssen.“
- Nine Borges
Zusammenfassung des Falls
Nine Borges ist eine brasilianische Social-Media-Kommentatorin, die derzeit in Großbritannien lebt. Im September 2024 veröffentlichte sie auf Instagram ein Video, in dem sie die Öffentlichkeit auf Bedenken hinsichtlich der Finanzierung und des Einflusses von LGBT-Organisationen in Brasilien aufmerksam machte. Das Video enthielt Kritik an einem hochrangigen brasilianischen Regierungsbeamten.
Kurz darauf reichte Symmy Larrat, eine Person, die in Brasilien den Posten eines Staatssekretärs für LGBT-Angelegenheiten innehat, beschwerde ein, woraufhin die Behörden ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren einleiteten. Im August 2025 wurde Borges offiziell darüber informiert, dass gegen sie wegen angeblicher „Transphobie“ und „Verleumdung“ ermittelt werde; zugleich wurde sie aufgefordert, am 7. Oktober 2025 bei der Polizei zu erscheinen.
Am 5. November 2025 teilte die Polizei Borges mit, dass sie beabsichtige, die Ermittlungen wegen angeblicher „Transphobie“ und „falscher Geschlechtszuordnung“ in eine formale Strafverfolgung zu überführen. Ausschlaggebend dafür sei die Verwendung des Begriffs „Transvestit“ in ihrem Kommentar gewesen — ein Begriff, mit dem sich Symmy Larrat selbst öffentlich bezeichnet hatte.
Zensur in ganz Brasilien
in Urteil des Obersten Bundesgerichts Brasiliens aus dem Jahr 2019 hat „Transphobie” und „Homophobie“ als Straftaten eingestuft, die mit bis zu fünf Jahren Haft pro Verstoß geahndet werden können. Seit diesem Urteil gab es in ganz Brasilien zahlreiche Fälle, in denen Personen allein wegen der Äußerung ihrer Überzeugungen wegen „Transphobie” angeklagt wurden.
2025 wurde gegen die Social-Media-Influencerin Isabella Cepa wegen ihres Online-Beitrags zur Gender-Ideologie ermittelt. In einem anderen Fall wurde Douglas Baptista, Pastor der Assemblies of God, wegen der Veröffentlichung eines Buches mit einer christlichen Sichtweise auf Sexualität strafrechtlich verfolgt. Sein Fall wurde ebenfalls von ADF International rechtlich unterstützt. Die Anklagen wurden in beiden Fällen fallen gelassen, aber sie bleiben ein Beweis für den allgemeinen, beunruhigenden Trend der brasilianischen Regierung, friedliche Meinungsäußerungen im Internet zu zensieren.
„Der Fall Nine Borges ist eine Warnung vor den allgemeinen Risiken für die Meinungsfreiheit in Brasilien“, sagte Julio Pohl, Rechtsanwalt bei ADF International. „Wenn Regierungen beginnen, Äußerungen zu kriminalisieren, die vorherrschende Ideologien infrage stellen, entsteht eine Gesellschaft, in der Angst an die Stelle offener Debatten tritt. Diese Art der Zensur bringt nicht nur eine einzelne Person zum Schweigen, sondern greift die grundlegenden Rechte an, die für eine freie und offene Gesellschaft unerlässlich sind“, so Pohl weiter.
ADF International leistet Nine Borges rechtliche Unterstützung und setzt sich für ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ein.
Auch in Deutschland und Österreich führen neue gesetzliche Regelungen – insbesondere im Rahmen des Digital Services Acts – zu wachsendem Druck auf Online-Plattformen, Beiträge zu entfernen oder in ihrer Reichweite einzuschränken. Weit gefasste Begriffe wie „Hassrede“ oder „rechtswidrige Inhalte“ begünstigen vorsorgliche Löschungen rechtmäßiger Meinungsäußerungen, häufig ohne richterliche Prüfung. Diese Entwicklung fördert eine Kultur der Selbstzensur und schwächt den offenen demokratischen Diskurs.
Borges’ case highlights a growing trend in Brazil, where individuals who criticise gender ideology are increasingly scrutinized or penalized. Legal action like this creates a chilling effect, discouraging citizens from speaking openly on matters of public concern.



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