- Tobias Haberl warnt vor einer wachsenden Intoleranz gegenüber christlichen Überzeugungen.
- Freiheit entstehe nicht durch Beliebigkeit, sondern durch Orientierung, betonte der Autor des Spiegel-Bestsellers „Unter Heiden“ im Gespräch mit dem Juristen und Menschenrechtsexperte Dr. Felix Böllmann von ADF International
- Die Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Wien hat das Gespräch kürzlich als Video veröffentlicht.
WIEN (12. Juni 2026) – Der Spiegel-Bestsellerautor Tobias Haberl sieht in Europa eine „tiefgreifende Verschiebung“ im Umgang mit Religion und Wahrheit. In einem Video-Interview mit dem Leiter der europäischen Rechtsabteilung von ADF International, Dr. Felix Böllmann, bezeichnet der Journalist der Süddeutschen Zeitung den Fall der finnischen Parlamentsabgeordneten Päivi Räsänen und ihrer Verurteilung aufgrund von religiösen Überzeugungen als „Gipfelpunkt einer Entwicklung, die sich seit Jahren schleichend breitmacht“: die wachsende Intoleranz gegenüber religiösen Überzeugungen. ADF steht für Alliance Defending Freedom. Die internationale Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Wien setzt sich insbesondere für Redefreiheit und Meinungsfreiheit ein.
Die „Intoleranz der Toleranten“ erschwert Verständigung
Im Interview schildert Haberl eigene Erfahrungen, die er in seinem Buch „Unter Heiden“ verarbeitet hat. Das Interview mit dem Leiter der Europäischen Rechtsabteilung von ADF International wurde nach wenigen Tagen rund 5000 Mal abgerufen. Darin beschreibt Haberl, wie religiöse Sprache zunehmend als Provokation empfunden werde. Gleichzeitig sinke die Bereitschaft, vom Mainstream abweichende Überzeugungen auszuhalten. Diese Entwicklung gehe einher mit einer kulturellen Abwehrhaltung gegenüber allem, was verbindliche Wahrheit beansprucht. Sehr treffend habe Papst Benedikt der XVI. dies mit der „Diktatur des Relativismus“ umschrieben, erinnert sich Haberl.
So werde es schwer, einen sinnvollen Diskurs zu führen, vor allem, wenn „jede Meinung, jede Einschätzung automatisch gültig ist, weil jemand sie empfindet. Das wird Toleranz genannt. Führt aber dazu, dass solche Menschen sehr intolerant werden gegenüber gläubigen Menschen, für die wahr ist, dass Gott existiert und sie sich deshalb der Lehre ihrer Kirche anschließen.“ Eine freie Gesellschaft müsse das aushalten, betont der SZ-Magazin-Autor.
„Es ist wichtig, dass Staat und Politik immer wieder daran erinnert werden, dass Religionsfreiheit, Meinungs- und Glaubensfreiheit bei uns gilt, dass es wichtige Eckpfeiler von Demokratie sind.“
- Bestseller-Autor Tobias Haberl
Religions- und Meinungsfreiheit sind Eckpfeiler der Demokratie
Wie im Recht, so gehe es auch im Glauben um Verbindlichkeit und um Regeln: „Der Glaube hat Verpflichtungen. Es ist kein Sonntagsspaziergang,“ betont Haberl. Er plädiert dafür, sich auf den „Respekt vor Gott“ zu besinnen – als Gegenmodell zur Selbstbezogenheit der Gegenwart. Ehrfurcht, Demut und die Anerkennung einer höheren Instanz seien nicht rückwärtsgewandt, sondern „Bedingungen für innere Freiheit“. Sie entstehe nicht durch Beliebigkeit, sondern durch Orientierung. ADF International unterstützt die finnische Abgeordnete Päivi Räsänen, die sich nach dem gemischten Urteil in ihrem Heimatland an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt hat. Der Fall gilt europaweit als richtungsweisend für die Zukunft der Meinungs- und Religionsfreiheit.


