German government announces draft law introducing censorship zones around abortion-related facilities, fines up to 5,000€

Pavica und Felix

BERLIN (29 January 2024) – A new draft bill, announced last week by Germany’s Federal Family Minister Lisa Paus (Green Party), would introduce fines of up to 5,000€ ($5,500) for peaceful expression on public streets near abortion-related facilities. The bill would seek to create nationwide censorship zones around the facilities, criminalising messages that could be subjectively understood as “disturbing” or “confusing,” with no legal clarity as to how those terms are to be interpreted. Harassment is already fully illegal, independent of the proposed new law, which would target peaceful expression. The Federal Cabinet approved the bill last week. It will now move through the Bundesrat (Federal Council), which can introduce amendments, followed by the legislative process, including three readings in the Bundestag (Parliament).  

The UK Parliament adopted “buffer zone” legislation in 2023, expected to come into force throughout all of England and Wales soon. Existing zones under local laws already have resulted in numerous human rights violations including police interrogations, arrests, fines and criminal proceedings for silent prayer on the public street near abortion facilities, essentially resulting in “thought-crime” prosecutions. Currently, army veteran Adam Smith-Connor is awaiting trial for silent prayer in Bournemouth, England. 

Germany’s proposed new law would be in direct contravention to a 2023 decision from the country’s top administrative court upholding the freedom of assembly across the street from an abortion facility. The ruling affirmed the rights of Pavica Vojnović and her 40 Days for Life prayer group, which conducted silent prayer vigils on the public street in Pforzheim, Germany. Such an exercise of basic human rights would likely run afoul of the proposed new legislation.   

“Peaceful gatherings, prayer and offers of help should never be banned. The plans of the German government are alarming—not only do they put blanket restrictions on fundamental freedoms, but also they weaken civil society’s engagement for the protection of the right to life. Any form of harassment is obviously forbidden. But censorship zones are not pro-choice, they are no-choice and have no place in a free and democratic society,” said Dr. Felix Böllmann, German lawyer and Director of European Advocacy at ADF International.  

Bill contradicts court rulings 

In recent years, ADF International has supported the legal defense of pro-life volunteers in Germany who exercised their right to pray peacefully, including in silence, in front of abortion-related facilities. Germany’s top administration court confirmed that blanket bans on prayer gatherings are impermissible. According to the court, there is no „right to be buffered from dissenting opinions“. The new bill goes far beyond criminalising already illegal harassment to propose blanket bans on peaceful and fully legal activities such as prayer or offers of help.  

The draft bill thus contradicts standing court ruling upholding freedom of assembly and free expression on the public street in the vicinity of an abortion-related facility absent manifest infringements of third party rights.  

Restricting free expression supports abortion lobby 

“Standing law in Germany obliges the state and civil society to protect unborn life. Committed pro-life individuals must not be criminalized for the peaceful expression of their convictions. Every human being has dignity and a right to life, from the moment of conception. The state and citizens should work together to protect life. Instead, people with civil courage to uphold the fundamental right to life are now being deterred, and even potentially criminalised, for their commitment,“ said Ludwig Brühl, German Communications Officer for ADF International. 

„We stand with the right of every person, including peaceful pro-life advocates, to freely express their convictions. The freedoms of assembly, opinion, and religion benefit all people. That is why we are defending these core human rights from the encroaching plans of lobby organizations and ideologues,“ concluded Dr Felix Böllmann. 

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Bundesregierung beschließt Einschränkung von Versammlungs- und Religionsfreiheit – Bis zu 5.000€ Bußgeld in Zensurzonen

Pavica und Felix
  • Gesetzesentwurf zu Zensurzonen kriminalisiert Ehrenamtliche, die für Mütter und ungeborene Kinder beten und Hilfe anbieten.

  • Rechtsexperte Dr. Böllmann: „Belästigung ist bereits verboten und das ist gut so. Friedliches Gebet, Hilfe und auch Meinungsäußerung sind aber vom Grundgesetz stark geschützt.“

Berlin (25. Januar 2024) – Ein neuer Gesetzentwurf zu Zensurzonen um abtreibungsbezogene Einrichtungen herum erzeugt bereits jetzt mit vagen und abschreckenden Formulierungen grundrechtswidrige Einschränkungen. Friedliche Gebete und Hilfsangebote werden so kriminalisiert und Lebensschützer eingeschüchtert. Gestern billigte das Bundeskabinett die von Bundesfamilienministerin Lisa Paus erarbeitete Vorlage.

Bis zu 5.000 Euro Bußgeld könnten auf Lebensrechtler zukommen. Noch vergangenes Jahr hatte das Bundesverwaltungsgericht ein Urteil bestätigt, nach dem friedliche Versammlungen nicht pauschal verboten oder mit Auflagen übermäßig beschränkt werden dürfen.

„Friedliche Versammlungen, Gebet und freundliche Hilfsangebote dürfen nicht verboten werden. Die Pläne der Bundesregierung sind verfassungsrechtlich bedenklich. Denn nicht nur schränken sie wichtige Grundfreiheiten pauschal ein – sie schwächen auch gezielt den zivilgesellschaftlichen Lebensschutz. Belästigung von Menschen in schwierigen Situationen ist selbstverständlich falsch und auch nach geltender Rechtslage verboten. Aber Zensurzonen einzuführen ist nicht pro-choice, das ist no-choice und hat in einer freiheitlichen Gesellschaft nichts verloren“, sagte Dr. Felix Böllmann, deutscher Rechtsexperte und Anwalt bei ADF International.

Gesetzentwurf widerspricht Gerichtsurteilen

Die juristische Menschenrechtsorganisation ADF International unterstützte in den letzten Jahren mehrere Menschen, die friedlich vor Abtreibungsberatungsstellen beteten. Das Urteil der Gerichte fiel positiv aus: Gebetsversammlungen dürften nicht pauschal verboten werden. Es komme auf eine Abwägung der Rechte der beteiligten Grundrechtsträger im Einzelfall an. Anders als nun auch im Regierungsentwurf behauptet, konnte eine Belästigung Schwangerer nicht festgestellt werden.

Der Gesetzentwurf plant nun Verbote, die bereits nach geltender Rechtslage bestehen – beispielsweise von Belästigung. Statt den Einzelfall zu überprüfen, sieht das Gesetz pauschale Beschränkungen vor. Außerdem will das Gesetz Plakate, Worte und Hilfsangebote verbieten, die potenziell „verwirren“ könnten.

Der Gesetzesentwurf widerspricht damit der aktuellen Rechtsprechung, nach der es kein allgemeines Recht darauf gibt, von abweichenden Meinungen verschont zu bleiben.

Wunschgesetz der Abtreibungslobby

„Der Staat ist zum Schutz jedes individuellen Lebens verpflichtet. Lebensschutz ist aber zugleich auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Bürger, die sich für das menschliche Leben engagieren, dürfen nicht kriminalisiert werden. Jeder Mensch hat eine Würde und ein Recht auf Leben – ab der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. Beim Schutz des Lebens sollten Staat und Bürger zusammenarbeiten. Stattdessen werden nun Menschen mit Zivilcourage von ihrem Engagement abgeschreckt“, sagte Ludwig Brühl, Sprecher von ADF International.

Schon lange versuchen örtliche Behörden, die Versammlungsfreiheit vor Abtreibungseinrichtungen einzuschränken. In Pforzheim und Frankfurt verweigerte die Stadtverwaltung auf Druck der Abtreibungsorganisation pro familia Gebetsversammlungen. Pro familia ist für seine guten Kontakte in die Politik bekannt, führt zugleich an mehreren Standorten in Deutschland auch selbst Abtreibungen durch und macht damit Profit. Damit verstößt die Abtreibungsorganisation gegen geltendes Recht (SchKG §9). Beratung und Durchführung von Abtreibungen sind zu trennen.

„Versammlungs-, Meinungs- und Religionsfreiheit kommen allen Menschen zugute“

In anderen Ländern wie Großbritannien haben Zensurzonen dazu geführt, dass selbst stilles Gebet und damit Gedanken kriminalisiert wurden. Isabelle Vaughan-Spruce stand still vor einer Abtreibungsstelle außerhalb der Öffnungszeiten und wurde dafür von lokalen Beamten verhaftet, untersucht und abgeführt. Das Video der Verhaftung ging auf Twitter viral.

„Zensurzonen sind ein Armutszeugnis eines Landes, das sich nicht für Frauen im Schwangerschaftskonflikt interessiert, sondern nur schnelle Abtreibungen als einzige Lösung anbieten möchte. Ein Schwangerschaftskonflikt ist eine schwierige Situation, aber anstatt Gebet und Hilfe einzuschränken, braucht es stattdessen mehr Optionen, mehr Hilfe, und mehr Liebe. Unter dem Vorwand Frauen zu schützen beraubt man sie in Wahrheit verschiedener Möglichkeiten. Zensurzonen haben in Deutschland keinen Platz“, so Sofia Hörder, Sprecherin für ADF International.

„Wir stehen an der Seite von friedlichen Lebensschützern. Versammlungs-, Meinungs- und Religionsfreiheit kommen allen Menschen zugute. Deswegen verteidigen wir diese Freiheiten vor den übergriffigen Plänen von Lobbyorganisationen und Ideologen“, schloss Dr. Felix Böllmann.

Der vom Kabinett am 24.01.2024 beschlossene Regierungsentwurf wird nun zuerst an den Bundesrat weitergeleitet, der bereits Änderungen einbringen kann. Darauf folgt das Gesetzgebungsverfahren im Bundestag, dass mit der Abstimmung über das Gesetz endet.